Im Gespräch mit
Kevin Greweling am 19.08.08


Der neue Kapitän der Ersten


Kevin, seit 1985 im Verein, 1999 dein erstes Spiel in der Ersten und nun im fünften Jahr die Nr.1 beim SVM!
War es da nur logisch, dass du der neue Spielführer würdest?


Kevin: Logisch ist so etwas nie! Das Vertrauen einer ganzen Mannschaft ist die Grundlage dafür. Man darf nicht vergessen, dass wir noch einige Morbacher Jungs in der Mannschaft haben, die sogar schon länger Stammspieler sind als ich es bin. Im Vorfeld wurde schon mehrmals mein Name ins Spiel gebracht, so dass die Wahl nach dem Rücktritt von Jörg nicht ganz überraschend war.

Die Aufgaben als Spielführer sind sicher nicht so leicht, im Spiel selbst und auch außerhalb!
Der derzeitige Kader umfasst 36 Spieler und soweit mir bekannt, ist mit Andre Petry derzeit “nur“ ein Spieler verletzt! Das bedeutet, dass einige Spieler am Wochenende nicht zum Einsatz kommen werden und daher schnell Unruhen im Kader entstehen könnten!
Da werden du und Jörg Wahlen als Kapitän der Zweiten sicher in der Pflicht stehen, diese Jungs bei Laune zu halten?

Kevin: Ja, im Spiel ist es als Torwart natürlich schwieriger Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen, daher ist es umso wichtiger, dass innerhalb der Mannschaft mehr Spieler in die Verantwortung treten. Ich denke, dass uns genau diese Mentalität in der letzten Saison schon gefehlt hat.
Natürlich wird es eine schwierige Aufgabe alle Spieler bei Laune zu halten, zudem Andre und auch Mario Klingler, der auch die ganze Vorbereitung gefehlt hat, wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen sind. Es ist Aufgabe des gesamten Kaders, jedem das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden und ein genauso wichtiges Mitglied des Teams zu sein. Denn über die lange Saison hinweg wird jeder gebraucht, auch wenn er momentan nicht so zum Zuge kommt.

Sprechen wir über unsere Abgänge von Michael Hartmann, Sascha Fuhr, Marco Wahlen und Heiko Barthel. Diese sind nicht nur in sportlicher Hinsicht ein Verlust für den SVM, sondern auch ganz sicher im menschlichen Bereich?

Kevin: Ja, ganz klar, sie sind nicht nur im sportlichen Bereich ein riesiger Verlust. Sascha, Marco und Heiko spielten eh und je für den SVM und waren auch außerhalb des Fußballs immer Typen, auf die man sich verlassen konnte. Bei Marco darf man auch nicht vergessen, dass wir nicht nur einen Spieler verloren haben, sondern zugleich ein Vorstandsmitglied, der in den letzten Jahren viel für den Verein geleistet hat. Auch mit Michael ist ein Spieler gegangen, der letzte Saison zweiter Kapitän war und sich in Morbach, wie er immer sagte, sehr wohl gefühlt hat. Es ist aber bei allen zu sehen, dass sie immer noch am SVM hängen, da sie sich alle in Morbach blicken lassen so wie es die Zeit zulässt. Zudem denke ich, dass es für keinen der vier ein Abgang auf Lebenszeit ist und sie mit Sicherheit in den nächsten Jahren wieder das Trikot des SVM tragen werden.

Fast alle Abgänge waren berufs- oder studienbedingt, mit Ausnahme von Sascha, der mit seiner Rolle als Einwechselspieler nicht mehr zufrieden war (siehe Interview)!
Wie willst du dich als Kapitän einbringen, um solche Spielerverluste in Zukunft zu vermeiden?

Kevin: Es ist natürlich schwer, Spieler zu motivieren, die zwischen Stamm- und Reservespieler pendeln. Gerade diese Position kann ich gut nach empfinden, weil ich sie auch jahrelang mitgemacht habe. Daher werde ich versuchen, den Spielern zu vermitteln, sich Zeit zu lassen und weiter an sich zu arbeiten und nicht bei dem ersten Widerstand aufzugeben.

Du bist jetzt lange genug im Seniorenbereich dabei um den neuen SVM-Kader (Erste und Zweite) einzuschätzen. Der Kader dürfte noch nie so ausgeglichen und stark besetzt gewesen sein wie in dieser Saison, richtig?

Kevin: Das ist richtig. Durch die zwei letzten Neuverpflichtungen von David und Marc haben wir die Abgänge sehr gut kompensieren können. Zudem haben wir mit den A-Jugendlichen, die jetzt komplett zur Verfügung stehen, gerade in der zweiten Mannschaft eine größere Leistungsdichte bekommen. In meiner ganzen Seniorenzeit kann ich mich nicht erinnern, dass eine zweite Mannschaft 15 und mehr Leute im Training zur Verfügung hat. In dem Zusammenhang muss ich mal den Vorstand erwähnen, der in den letzten Monaten einen Bärendienst verrichtet hat, um einen solch schlagkräftigen Kader für beide Teams in die Saison zu schicken. Ich denke, wenn wir alle an einem Strang ziehen und keine Missgunst ins Team bekommen, können beide Mannschaften eine sehr erfolgreiche Saison spielen.

Kommen wir zum Saisonstart, zwei Siege und eine Niederlage wie im Vorjahr, nur in umgekehrter Reihenfolge!
Bist du zufrieden?


Kevin: Ja, zufrieden kann man mit dem Start sein. Vor allem weil wir vor dem Saisonstart in Eisbachtal nicht wussten, wo wir wirklich stehen, nachdem unsere Vorbereitungsspiele nicht optimal verlaufen sind. Man hat auf jeden Fall in den ersten Spielen gesehen, dass wir eine Truppe zur Verfügung haben, die über ein großes Potential verfügt, dass noch nicht komplett abgerufen wurde. Daher ist es wichtig, dass wir weiter an uns arbeiten um eine ähnlich gute Saison zu spielen wie im Vorjahr.

Zum Spiel gegen Engers. Ein überraschend starker Gegner, der uns in der ersten Hälfte mit der harten Gangart wohl etwas den Schneid abgekauft hat!
Fehlen uns hier noch die spielerischen Mittel ein solches Spiel rum zu reißen?


Kevin: Ja sie waren williger und frischer das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Ich denke schon, dass wir nicht damit gerechnet haben, dass Engers auch eine so spielstarke Truppe zur Verfügung hat, nach all den Problemen die sie seit der Winterpause hatten.
Meiner Meinung nach besitzen wir die spielerischen Mittel, um auch solche Spiele rum zu reißen. Vielleicht sind wir einfach im taktischen Bereich noch nicht variabel genug, um einen Gegner während des Spiels mal zu überraschen.

Jetzt geht es nach Oberwinter, ein schweres Spiel, aber für dich sicher noch in bester Erinnerung aus dem Vorjahr?

Kevin: Klar ist das Spiel bei uns in bester Erinnerung! Schließlich haben wir Arno damals mit dem Sieg ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht. Man sollte aber nicht vergessen, dass der Sieg damals sehr glücklich war, von daher erwartet uns am Sonntag wieder ein Gegner, der ähnlich einzuschätzen ist wie Engers.

Letzte Frage: Beim SVM ist in den letzten Jahren ein Umfeld entstanden, was manche Oberligavereine nur zu gerne vorfinden würden. Kannst du dir vorstellen, dass der SVM in absehbarer Zeit in der Oberliga spielen könnte?

Kevin: Der Verein ist auf jeden Fall auf dem besten Weg das Fundament zu stellen, um in den nächsten Jahren den Aufstieg in die Oberliga in Angriff zu nehmen. Jedoch ist Vorsicht geboten, denn es sind auch schon andere Vereine gescheitert, die in kürzester Zeit den schnellen Erfolg wollten. Wenn das Jugendkonzept in den nächsten Jahren die ersten Früchte trägt, ist auf jeden Fall mit dem SV Morbach auch in der Oberliga zu rechnen.

Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling

© svmorbach2008

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