Im Gespräch mit
Kevin Kaiser am 06.11.08


Der Kämpfer beim SVM

Hallo Kevin,
nach deiner langwierigen Verletzung hast du dich diese Saison wieder in den Kader der Ersten zurück gekämpft, zwickt es noch irgendwo, oder bist du wieder voll kommen genesen?


Kevin: Manchmal merke ich die Leisten schon noch etwas, aber nie während dem Training oder dem Spiel, das sind eher nicht vorhersehbare Bewegungen im Alltag, wenn ich z.B. ausrutsche.

Die Erste scheint ja auch auf dem Weg der Genesung zu sein, war die Aussprache nach der Pokalpleite in Ralingen der ausschlaggebende Punkt?

Kevin: Die Aussprache hat sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, allerdings glaube ich das die Mannschaft nie „krank“ war, wir hatten viel Pech und haben einfach nicht genetzt. Diese unglückliche Phase scheint vorbei zu sein, Gott sei Dank!

Zu Hause müsste jetzt auch mal wieder ein überzeugender Sieg her, siehst du die Spiele auf dem Kunstrasen auch als Nachteil an, so wie einige Mannschaftskollegen und Zuschauer glauben?

Kevin: Ich glaube nicht das der Kunstrasen einen Nachteil darstellt, für beide Teams bietet er dieselben Bedingungen. Allerdings wenn ich für mich persönlich spreche, spiele ich schon lieber auf einem „normalen“ Rasen, der kommt meiner Spielweise mehr entgegen. Ich glaube auch, dass innerhalb der Mannschaft einige Spieler diese Denkweise teilen.

Du bist in einem Alter, wo man durchaus sagen kann, der Mann hat eine Menge Erfahrung und kennt sich im Fußball aus. Wenn man die Rheinlandliga in dieser Saison so ausgeglichen sieht,
ist sie schwächer als im Vorjahr oder sind die Mannschaften alle stärker geworden?


Kevin: Weder noch. Die Leistungsdichte ist meiner Meinung nach etwas höher. Allerdings ist das Hauptproblem vorrangig darin zu suchen, dass bis jetzt keine Mannschaft richtig Konstanz in ihre Leistung bringt, wodurch weder nach oben noch nach unten in der Tabelle Abstand geschaffen werden kann. Es gibt momentan keine Überflieger in der Klasse, die das Geschehen dominieren und genauso keinen wirklich designierten Absteiger.

Reden wir mal über dich. Als du zum SVM kamst, hast du mit Laufeld in der Rheinlandliga gespielt und bist trotzdem eine Klasse tiefer gewechselt. Wer hat dich dazu überredet?

Kevin:
Dazu mußte mich keiner Überreden. Ich hatte in den zwei Jahren in Laufeld so ziemlich die meisten Verletzungen seit ich Fußball spiele und konnte mich nie so ins Team einbringen, wie ich es gerne wollte. Dann hat Laufeld die Mannschaft etwas umstrukturiert, die Planung lief anders und wir kamen nicht mehr überein. Das lief alles sehr fair. Dazu kam, dass ich aus beruflichen und familiären Gründen nur zweimal die Woche trainieren konnte und kann, weshalb ich dachte in der Bezirksliga nochmal etwas besser Fuß zu fassen. Der Fredi trat an mich heran, wie die Jahre zuvor auch schon und der Rest ist ja bekannt...

Hast du dich vor dem Wechsel nach Morbach bei Jörg Wahlen über den SVM informiert?

Kevin: Nein, das war nicht nötig. Man verfolgt das fußballerische Geschehen in der Region sowieso und im Gespräch mit Christoph, Ludwig und Fredi bekam ich die letzten Einblicke.

Dein größter Fan ist dein Opa, er ist fast überall dabei, war das schon immer so?

Kevin: Seit ich Fußball spiele ist mein Opa bei fast jedem Spiel dabei! Dafür „Danke Opa“!

Wo wir gerade bei der Familie sind, dein Onkel Dieter Kaiser war in seiner Laufbahn kein Unbekannter in Fußballfachkreisen, in jungen Jahren sogar bei Bayern München in der Nachwuchsmannschaft.
Ist oder war er für dich ein Vorbild und holst dir bei ihm Ratschläge?

Kevin: Nein, ein Vorbild konnte er insofern nicht werden, da der Altersunterschied zwischen uns zu groß ist und ich mich nur an wenige Spiele erinnern kann in denen ich ihn Spielen sah. Außerdem war er wohl mehr der Techniker und typische „10er“, wo hingegen ich mich eher als Arbeiter sehe. Wir unterhalten uns zwar oft über den Fußball in der Region und bestimmte Dinge die geschehen, aber wirkliche Ratschläge hole ich mir nicht bei ihm, obwohl ich vor seinem fußballerischen Können, was er ohne Zweifel hatte, den imaginären Hut ziehe!

Wer dich kennt und dein Engagement auf oder neben dem Platz sieht, könnte meinen, dein Herz hätte schon immer für den SVM geschlagen. War das bei den anderen Vereinen, wo du schon gespielt hast, ähnlich?

Kevin: Wenn ich mich für einen Verein entscheide, dann ganz oder gar nicht! Das liegt in meinem Naturell: wenn ich etwas mache dann richtig, ansonsten lasse ich es direkt! Und da ich immer den größtmöglichen Erfolg will, muß ich mich auch dementsprechend engagieren, da ohne den richtigen Einsatz nichts gelingt.

Bleiben wir beim Vergleich mit anderen Vereinen, Spieler die von auswärts zum SVM stoßen, fühlen sich scheinbar immer sehr wohl in Morbach. Kannst du in wenigen Worten beschreiben, was beim SVM anders ist, als bei den meisten anderen Vereinen?

Kevin: Entscheidend dafür glaube ich sind die Kameradschaft und die Charaktere der Spieler beim SVM. Hier wird, zumindest meistens, innerhalb der Mannschaft angesprochen was nicht stimmt und dann auch intern geregelt. Wir versuchen jeden schnellstmöglich in die Mannschaft zu integrieren, was in den häufigsten Fällen auch gelingt, wodurch man sich hier schnell wohl fühlt!

Dein Beruf ist Physiotherapeut, Gerhard Vogt hat beim letzten Gespräch erwähnt, der SVM lege in naher Zukunft größere Priorität in Sachen medizinische und physiotherapeutische Betreuung, wäre das auch eine Sache, mit der du dich in Zukunft beim SVM befassen könntest?

Kevin: Das ist für mich momentan kein Thema. Ich sehe mich als Spieler und konzentriere mich nur auf diese Aufgabe.

Meine letzte Frage, dein Meistertipp vor der Saison war Burgbrohl und Lahnstein, gibt es nach 14 Spielen eine Korrektur?

Kevin: Ich bin nicht so kühn in der momentanen Situation einen Tipp in Bezug auf die Meisterschaft abzugeben. In dieser Liga ist alles möglich, wer weiß...

Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling

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