Im
Gespräch mit |
Mario
Marth am 18.11.08 |

Das große Talent der SF Neitersen
Hallo Mario, es freut
mich wieder Mal ein Interview mit dir machen zu dürfen.
Am Sonntag bist du mit deinem Verein Spfr. Neitersen zu Gast in Morbach. Es
ist die dritte Partie zwischen beiden Vereinen nach dem gemeinsamen Aufstieg
in der Vorsaison.
Die Bilanz spricht bisher für euch, ein Sieg auf Asche, ein Unentschieden
auf Rasen, da wäre ein Sieg des SVM nun auf Kunstrasen eigentlich die
logische Reihenfolge, oder?
Mario: Hey Udo, es freut mich auch das du mich wieder gefragt hast beim „kleinen“ Interview mitzumachen! Nun aber mal zur Frage, die logische Folge wäre es vielleicht schon, aber ich hoffe mal dass sich unser kleines Tief bei euch auf dem Kunstrasen in Luft auflöst. Und wir mit einem Sieg in den Westerwald zurück fahren können. Die Wetteraussichten sprechen ja auch ein wenig für uns, schade das ihr bei dem angemeldeten „Sauwetter“ nicht wieder auf die Emma kommt;-) Wir werden auf jeden Fall nach Morbach kommen und versuchen etwas Zählbares mit zu nehmen.
Apropos Kunstrasen, du hast mir ja bereits erzählt das du dich freust darauf zu spielen! Bei euch liegen auch schon die Pläne parat, damit der Aschenplatz dem Kunstrasen weichen soll. Ich konnte lesen, dass das Vorhaben beschleunigt werden soll. Waren eure gezeigten Leistungen im Jahr 2008 da mit ausschlaggebend für diese neuerliche Diskussion?
Mario: Im Bereich Kunstrasen bin ich leider nicht so gut informiert, ich weiß allerdings das die Pläne schon seit längerer Zeit auf dem zuständigen Amt liegen, nur konnte wohl bislang Niemand was damit anfangen. Ob unsere zuletzt gezeigten Leistungen dazu beigetragen haben das es beschleunigt werden soll, glaub ich nicht. Ich denke eher dass es damit zusammenhängt, dass wir die Klassenhöchste Mannschaft in der Verbandsgemeinde Altenkirchen sind und vielleicht eher einen Anspruch darauf haben sollten wie die Mannschaften in den Kreisligen. Zumal sehr viele Kreisligisten in dieser Verbandsgemeinde schon einen Kunstrasen haben. Ich gehe allerdings davon aus dass wir die nächsten sein werden, die den Zuschlag für einen Kunstrasen bekommen. Wann genau steht nur leider noch in den Sternen.
Blicken wir mal etwas zurück, es ist noch nicht so lange her, da wurde von Vielen etwas abfällig über euch geredet (meine Person eingeschlossen), was die Art von Fußballspielen anbelangt. Wie wurde das seiner Zeit bei euch aufgefasst?
Mario: Das stimmt. Aber ich will mal so sagen, wir haben geschmunzelt, eine bessere Motivation gibt es ja eigentlich nicht. Wenn es heißt: ,, Oh nein, die schon wieder, die Treten ja nur und können ja eigentlich gar kein Fußball“ und am Ende ist ja oftmals auch ein Unentschieden oder gar ein Sieg bei rumgekommen. Letzte Saison war es auch oftmals so, aber diese Saison haben wir Spiele auch schon spielerisch für uns entscheiden können und das zeigt, dass in unserer jungen Mannschaft jeder dazu lernt und auch besser wird.
Du sprichst es an, mit Beginn des Jahres 2008 startete ihr eine überragende Serie, in der ihr Saisonübergreifend von 25 Spielen nur dreimal als Verlierer den Platz verlassen habt. Mit "schlechtem" Fußball kann das ja wirklich nicht möglich sein, was ist bei euch passiert?
Mario: Wie eben schon gesagt, wir haben viel dazu gelernt, das wir Zeitweise auch mal erster waren ist sicherlich nur eine Momentaufnahme gewesen und der Lohn für die harte Arbeit im Training und den Spielen. Zudem haben wir dieses Jahr ja auch die eine oder andere Verstärkung in unser Team aufnehmen dürfen. Labinot Prenku kam von Roßbach Verscheid (Oberliga) und Sascha Dugandzic kam von der SG Mündersbach (Rheinlandliga) zu uns, auch einige Spieler aus unserem starken A-Jugendjahrgang konnten wir nahtlos in unser Gefüge einreihen. Wir ziehen alle an einem Strang, ob jung oder alt und das ist unsere größte Stärke.
Ja, ihr wart sogar schon zweimal Tabellenführer in dieser Saison, wie hat man sich gefühlt da ganz oben?
Mario: Es war sicherlich ein schönes Gefühl, für wen wäre es das nicht?!? Ganz oben will doch eigentlich jeder stehen… Wir waren froh da oben zu stehen, aber jeder wusste eigentlich schon dass es nicht von langer Dauer sein wird, es passte anfangs einfach alles. Wir haben es genossen, aber nun sind wir wieder im Mittelfeld ?
In den letzten Wochen ist der Erfolg etwas abgerissen, sechs Spiele ohne Sieg, zuletzt innerhalb 8 Tagen (Pokalspiel mit gerechnet) gleich dreimal 0:2 verloren. Geht jetzt etwas die Angst um, man könnte nach unten durchgereicht werden?
Mario:
Das die letzten Wochen nicht sehr erfolgreich waren ist sicherlich
richtig, aber wir haben auch einfach schlecht gespielt und nicht die Leistung
vom Beginn der Saison gezeigt. In den letzten Spielen sind wir immer unnötig
in Rückstand geraten obwohl wir eigentlich ganz gut begonnen haben, nach
der Halbzeit wollten wir das Spiel noch mal rum reißen, doch dann dauerte
es dann meistens 2 – 3 Min. und wir hatten das 2te Ding im Netz. Und
so wurden die Spiele dann meist verloren, aufgrund von 3, 4 kleinen Unkonzentriertheiten.
Wir denken nach wie vor, dass die Punkte die wir haben, nur Punkte sind die
uns zum Klassenerhalt verhelfen. Angst haben wir keine, aber wir schielen
schon nach unten.
Der Neuling SV Mehring war Anfang der Saison zu Gast
bei euch und lernte eure "Emma" kennen. Unser ehemaliger Spieler
Sascha Fuhr sagte nach der Niederlage zu mir, er würde da wohl nie gewinnen.
Die gefürchtete "Emma" scheint aber mittlerweile ihren Schrecken
verloren zu haben, in den letzten drei Heimspielen nur 1 Punkt. Sind da die
oben genannten Bedenken daher nicht unbegründet?
Mario: Wenn wir unsere „normale“ Leistungsbereitschaft wieder an den Tag legen wird die Emma auch wieder zu einer Festung werden, davon bin ich überzeugt. Aber im Moment haben wir es auch einfach nicht verdient.
In der Tabelle stehen gleich vier Westerwaldclubs ganz unten. Da ihr diese Mannschaften aus der näheren Umgebung besser einzuschätzen wisst, wie wir aus der Ferne, kannst du mir sicher sagen, warum die Spfr. Neitersen in jedem Fall stärker als diese Teams ist?
Mario: Wir haben einfach eine Mannschaft in der Jeder jeden respektiert, wir sind ein verschworener Haufen, die meisten gehen am Wochenende noch einen trinken und man kennt sich halt nicht nur vom Sportplatz, wir fahren gemeinsam auf Partys, Pokern zusammen und man redet nicht immer nur über Fußball. Auf dem Platz macht sich das dann auch bemerkbar, man nimmt einem auch nicht übel wenn mal ein hartes Wort fällt oder der Ton vielleicht etwas streng ist. Wir spielen nach dem Motto: Einer für Alle und Alle für Einen, bei der SG Mündersbach und der TUS aus Montabaur ist das soweit ich weiß nicht so. Auch nachdem Training ist es meist so das wir noch ne Stunde im Vereinslokal sitzen und über Gott und die Welt reden, das ist unsere Stärke. Die anderen Mannschaften haben wahrscheinlich die besseren Einzelspieler aber wir sind dafür eine Mannschaft.
Reden wir mal über dich, du scheinst ja so etwas wie der Spaßvogel bei euch zu sein, das hängt doch nicht etwa mit der Namensgleichheit von Mario Barth zusammen?
Mario: ;-) Ich bin von Natur aus ein sehr fröhlicher Mensch und bin eigentlich auch nur am grinsen;-) Mit Mario Barth bin ich schon mehrfach in Verbindung gebracht worden, aber ich schaffe es nicht 70.000 in ein Stadion zu bekommen;-) Für kleine Scherze mit den Mannschaftskollegen bin ich immer zu haben, ansonsten ist es ja auch langweilig, wenn alles immer so ernst ist?
Du bist vor einem Monat erst 20 Jahre alt geworden und man kann durchaus sagen, du bist schon eine feste Größe in der Mannschaft. Dein Name taucht mal als Torschütze oder in anderer Form immer wieder in den Spielberichten auf. Du hattest sogar schon die Verantwortung eines wichtigen Elfmeters gehabt. Letzte Minute gegen Zell, leider verschossen und die Tabellenführung verspielt. Wie siehst du dich in der Mannschaft und was ist deine Lieblingsposition?
Mario:
Mit dem Elfer das stimmt, leider, aber mir hat niemand einen Vorwurf
gemacht und mich haben alle unterstützt. Ich denke in unserer Mannschaft
hat niemand eine Ausnahmestellung und niemand ist der Star, wir sind alle
ein Glied im Team und wenn jemand mal ausfällt ist der nächste schon
da und gibt sein bestes.
Eine richtige Lieblingsposition habe ich eigentlich nicht, hab auch schon
so ziemlich jede Position gespielt, in der Jugend war ich noch Libero, bei
den Senioren habe ich offensiv schon alles durch, ich war im linken, rechten
und offensivem Mittelfeld, Anfang der Saison habe ich auch im Sturm gespielt,
zuletzt war ich sogar im defensiven Mittelfeld tätig. Also eigentlich
schon alles, Hauptsache Drang nach vorne.
Dass du kein Schlechter
bist, hatten ja auch schon ganz andere bemerkt, in der Jugend warst du schon
mal zum Probetraining bei Bayer Leverkusen. Meiner Meinung nach bist du heute
kein Bundesligatabellenführer, weil du dich bestimmt als Bayern München-Fan
geoutet hast!
Spaß bei Seite, wie war es dort und hast du auch jemand Bekanntes getroffen?
Mario: Es war einfach nur genial und eine Riesen große Erfahrung, die Jungs sind ganz anders als man es sich vorstellt, die haben einen super aufgenommen und in den zwei Spielen die ich mitgemacht habe wurde man sofort ins Spiel mit einbezogen. In dieser einen Woche habe ich sehr viel gelernt, die Trainingseinheiten sind zu unserer Jugend total unterschiedlich. Nach meiner ersten Einheit dachte ich, ich hätte zwei Spiele am Stück gemacht, es war super. Trainer dieser A-Jugendmannschaft war Thomas Hörster, es waren auch ca. 7 Spieler der U-20 dabei, die ja jetzt Europameister sind. Und Rudi Völler rannte gelegentlich auch schon mal auf dem Trainingsgelände rum;-) Es war eine sehr große Erfahrung für mich, ich habe vieles gelernt und versuche es immer noch umzusetzen.
An prominenten Bekanntschaften mangelt es in deinen jungen Jahren ohnehin nicht, mal taucht Milan Sasic in Neitersen auf, dann sieht man dich zusammen mit DFB-Präsident Theo Zwanziger. Woher kommen die guten Kontakte?
Mario: Unser Trainer der zweiten Mannschaft, Peter Litzinger hat die besten Kontakte in Richtung Leverkusen und Köln, er arbeitet auch in einer Berufsschule in Leverkusen als Sportlehrer. Durch ihn habe ich das alles erleben dürfen, ihm habe ich sehr viel zu verdanken. Dieser Mann ist einfach unglaublich, der sitzt gelegentlich mit Rainer Calmund in einer Kneipe und dort faseln die Beide über alles Mögliche. Unglaublich der Mann!
Reden wir noch mal über das Sportliche, vor kurzem habt ihr im Rheinlandpokal gegen den Oberligisten SV Roßbach gespielt. Wäre die Oberliga auch mal ein Thema für dich?
Mario: Klar! Jeder Fußballer will doch höher spielen, wenn er das nicht will, dann fehlt ihm wohl etwas Elementares.
Da Roßbach nur ca. 30 km von deinem Wohnort entfernt ist, würde sich der Verein ja regelrecht anbieten. Gab es noch keine Anfragen?
Mario: Eine Anfrage von Roßbach gab es noch nicht, anbieten würde es sich schon, zumal Labinot Prenku der ja grade von diesem Verein zu uns gekommen ist, in meine Berufsschulklasse geht;-)
Noch spielst du ja Rheinlandliga und mit Ausnahme von Morbach, habt ihr schon gegen alle Teams gespielt. Wer war für dich bisher die stärkste Mannschaft und wer wird deiner Meinung nach am Ende Meister werden?
Mario:
Ich denke dass dieses Jahr der FSV Salmrohr in die Oberliga aufsteigen wird,
allerdings sollte man die Spfr. Eisbachtal auch nicht aus den Augen verlieren.
Ich würde sagen dass diese beiden Mannschaften den Titel unter sich ausmachen
dürften, aber Salmrohr am Ende vorne liegt.
Für das Spiel in Morbach werde ich dir keinen Tipp
entlocken, aber nach dem Spiel werden wir einen zusammen trinken. Gewinnt
ihr, zahl ich! Gewinnen wir, zahlst du! Bei Unentschieden muss die SVM - Mannschaftskasse
herhalten!! Einverstanden?
Mario:
Das sollte doch machbar sein?
Vielen Dank für das Interview Udo…
und bis Sonntag ?
Für
das Gespräch bedankt sich Udo Greweling und ich wünsche dir und
deiner Mannschaft eine gute Anreise
Mario
Marth in Aktion
© svmorbach2008