Im
Gespräch mit |
Sascha
Meeth am 04.11.09 |

Ein Chefcoach
der nicht jammert
Hallo
Sascha,
gute 4 Monate beim SV Morbach. Nun kannst du dir sicher schon ein größeres
Bild vom SVM machen. Ist es in etwa so, wie du es dir vorgestellt hast?
Sascha:
Hallo Udo! Ja, im Großen und Ganzen ist es sicherlich so, wie ich
es erwartet hatte. Natürlich gibt’s immer mal wieder Ereignisse, die
einen überraschen –sowohl positiv als auch negativ-, aber so etwas
ist ja nur natürlich, wenn so viele Menschen miteinander arbeiten.
Insgesamt kann ich dir aber versichern, dass mir die Arbeit hier sehr viel
Spaß macht und ich es in keinster Weise bereue, den Schritt getan
zu haben.
Bist du mit dem bisher Erreichten von deiner Mannschaft zufrieden?
Sascha:
Auch diese Frage kann ich dir grundsätzlich bejahen. Allgemeiner Tenor
unter den Trainerkollegen in der Rheinlandliga ist der, dass die Klasse
im oberen Drittel so stark ist wie seit Jahren nicht mehr - und in diesem
Drittel mischen wir mit. Nach den Anlaufschwierigkeiten in den ersten Partien
haben wir uns gefangen und ich bin bis auf wenige Ausnahmen mit den Leistungen
der Jungs zufrieden. Es wäre nur schön, wenn wir uns in den verbleibenden
Partien vor der Winterpause aber auch noch mal punktemäßig belohnen
würden, denn das war in den letzten Wochen nicht immer zufrieden stellend.
Stimmt, in den letzten drei Meisterschaftsspielen blieb man torlos, dennoch stimmte die Leistung im Großen und Ganzen. Was vielleicht fehlt, ist die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, oder?
Sascha:
Sicher ist das ein Grund dafür, dass wir trotz ansprechender Leistungen
in diesen Topbegegnungen nur zwei Punkte eingefahren haben. Allerdings bin
ich ein absoluter Gegner davon, jeweilige Spielausgänge lediglich an
einem Mannschaftsteil festzumachen. Genau so wenig wie alleine die Abwehr
dafür verantwortlich war, dass wir zwischenzeitlich zahlreiche Gegentreffer
hinnehmen mussten, so ist die momentan geringe Torausbeute genau so wenig
alleine den Stürmern anzukreiden. Wir müssen halt weiter arbeiten
und die paar entscheidenden Prozente drauflegen, dann werden die Tore auch
wieder fallen.
Über Verletzungspech wollen wir jetzt nicht groß klagen, da haben manch andere Mannschaften noch mehr Probleme. Hättest du dennoch gern den einen oder anderen Spieler mehr im Kader?
Sascha:
Insgesamt bin ich mit der Zusammensetzung des Kaders rundherum zufrieden.
Wir haben wirklich tolle Jungs hier, die sehr viel Zeit opfern und einen
enormen Aufwand in Kauf nehmen. Kritisieren muss ich aber, dass immer mal
wieder der ein oder andere nicht alles dafür tut, um maximale Leistungen
erbringen zu können. Da fehlt man mal zum Spiel oder zum Training,
obwohl man vielleicht doch da sein könnte – wenn man es nur zu 100%
wollte.
Und jammern wirst du mich nicht hören, das ist nicht mein Ding. Aber
Fakt ist halt, dass Oleg bisher noch kein Spiel in absoluter Fitness bestreiten
konnte, Eloy anfangs nicht da war und nun wieder lange ausfällt, Timo
lange fehlte, Björn ewig ausgefallen ist, Muhri, nun Kevin, zwischendrin
Stefan, am Sonntag Hiege und wahrscheinlich Michael und und und. Dass viele
Mannschaften mehr Ausfälle solcher Eckpfeiler hatten, wage ich zu bezweifeln,
nur fällts bei uns nicht so sehr auf, weil ich ungern über solche
Dinge jammere.
Trainer
reden meist immer vom kommenden Gegner, dennoch muss man das nächste
Auswärtsspiel in Bad Breisig, nach einem vorausgesetzten Sieg gegen
Wirges, als richtungweisend für den Rest der Saison sehen. Wie siehst
du das?
Sascha:
Das sehe ich nun ausnahmsweise mal völlig anders. Wenn wir so denken,
werden wir Sonntag weitere drei Punkte hinter Bad Breisig liegen. Die Partie
gegen Wirges wird alles andere als ein Selbstläufer, sie erfordert
unsere vollste Konzentration. Die letzte Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte,
die zu uns kam und am Wochenende zuvor Salmrohr geschlagen hat, war Montabaur.
Wie diese Partie ausging, weiß wohl noch jeder. Man kann die Jungs
und ihre Einstellung nicht nach schlechten Heimauftritten kritisieren, Wirges
nun aber im Vorfeld bereits als Punktelieferanten abtun. Das kann und will
ich nicht mitmachen. Nach dem Abpfiff am Sonntag können wir dann gerne
über den Titelfavoriten Nummer 1, die SG Bad Breisig, sprechen.
Dann reden wir nach dem Wirgesspiel darüber, aber jetzt noch ein paar Worte zur Zwoten, auch hier kann man trotz der letzten drei Niederlagen einigermaßen zufrieden sein, oder?
Sascha:
Wohl wahr. Mit der Punkteausbeute können wir wirklich zufrieden sein.
Leider bleibt der letzte Eindruck halt immer verstärkt hängen
und hier kassierten wir in den Partien gegen Lambertsberg und Krettnach
halt vermeidbare Niederlagen. Nur muss man immer das große Gesamte
sehen und dann bin ich mit dem Auftritt der Bezirksliga-Truppe vollauf zufrieden.
Nun kommt dein Cousin Frank mit der SG Buchholz nach Morbach. So sehr Frank die Punkte braucht, gibt es sicher keine Geschenke zu verteilen?
Sascha:
Zunächst einmal sind Frank und ich dann doch nicht ganz so eng verwandt,
wir sind Großcousins. Klar haben wir am Sonntag keine Geschenke zu
verteilen, wir wollen natürlich gegen Buchholz gewinnen. Aber auch
das wird alles andere als einfach. Wir wollen Sonntag sicher mit aller Macht
sechs Punkte in Morbach halten, aber dazu ist bei beiden Teams eine vorbildliche
Einstellung von Nöten. Thorsten, Sawyer, Andy und ich werden sicher
unser Möglichstes tun, damit die Jungs mit genau einer solchen in die
Partien gehen werden. Und dann schauen wir mal, was am Ende rauskommt.
Nachdem
jetzt jeder das Verwandtschaftsverhältnis zwischen dir und Frank kennt,
brauchen wir nur noch zwei Siege am Sonntag. Da wünsche dir, den Mannschaften
und dem ganzen
Trainerstamm alles Gute.
Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling
©
svmorbach2009