Im
Gespräch mit |
Sascha
Meeth am 23.06.09 |

Der neue Steuermann
Hallo
Sascha, willkommen beim SVM,
für alle die dich noch nicht kennen oder nur vom Namen her,
wollen wir dich hiermit etwas näher vorstellen.
Erzähl mal ein bisschen von dir, wie alt bist du, wo wohnst du, dein
Heimatverein, deine bisherige Laufbahn etc.
Sascha:
Hallo Udo. Vielen Dank für die nette Begrüßung. Ich finde
es wirklich toll, wie viele freundliche Gespräche und Telefonate ich
in den wenigen Tagen bereits mit Spielern oder Verantwortlichen des SVM
führen durfte. Das erste Beschnuppern verläuft also ungemein herzlich
und bestärkt mich darin, beim absolut richtigen Verein zugesagt zu
haben.
Ok, für alle, die mich eher weniger kennen: Ich bin 34 Jahre alt und
wohne seit gut zwei Jahren mit meiner Freundin in Mainz. Ganz in der Nähe
(Wörrstadt) arbeite ich als Realschullehrer für die Fächer
Deutsch, Erdkunde und Sport. Der Umzug nach Mainz und die dadurch bedingte
räumliche Entfernung zu meiner Heimat hatte zwangsläufig zur Folge,
nach mehr als 10 Jahren als Spieler, Jugend- und Seniorentrainer meinem
Heimatverein, der SG Laufeld, den Rücken kehren zu müssen. Mit
der SG bin ich in vielen erfolgreichen Jahren bis in die Rheinlandliga aufgestiegen,
in der wir dann 4 Jahre erfolgreich kickten. Vorher habe ich in Laufeld
die B- und A-Jugend trainiert, mit der ich jeweils auch in die Verbandsliga
aufgestiegen bin. Bevor es mich zu meinem Heimatverein Laufeld zurück
verschlagen hat, spielte ich beim FSV Salmrohr unter Paul Linz, mit dem
ich deutscher Amateurmeister und Rheinlandpokalsieger wurde, und beim SV
Wittlich unter Michael Dusek jeweils in der Oberliga. Leider schlitterte
ich damals von einer schweren Verletzung in die nächste und nach insgesamt
9 Operationen in 4 Jahren wollte ich eigentlich entnervt meine Karriere
beenden. Doch dann habe ich wie beschrieben in meinem Heimatverein doch
noch einmal angefangen und bis zu meinem Kreuzbandriss 2005 selbst noch
mal als Spielertrainer mitgespielt. Somit hatten die Verletzungen wenigstens
einen positiven Aspekt: Ich übernahm bereits sehr früh Trainertätigkeiten
und habe somit mit -für einen Trainer noch jungen- 34 Jahren bereits
einige ganze Menge als Coach erlebt.
Kam die Anfrage des SVM für dich überraschend?
Sascha:
Ja, das kam sie ganz sicher! Da sich beruflich bei mir mittlerweile alles
soweit eingependelt hat, wollte ich nun wieder im Trainerbereich einsteigen,
schließlich habe ich in den letzten beiden Jahren lediglich Fußball-AGs
an der Schule geleitet. Außerdem machten mir die letzten Wochen der
vergangenen Saison, in denen ich aus Verbundenheit zu meinem Heimatverein
nochmals bei der SG Laufeld ausgeholfen habe, richtig Spaß und weckten
Lust auf mehr. Logischerweise dachte ich aber eher an einen Verein im Mainzer
Raum. Doch dann kam der Anruf von Schlacks und bei solch einem interessanten
Club wie dem SVM lohnt es sich immer zu überlegen. Tja, und schließlich
kam die Zusammenarbeit zustande.
Du kennst den SVM ja bisher nur als Gegner und vom Hörensagen. In den letzten Jahren wurde hier eine Menge Arbeit investiert, inwieweit hast du den SV Morbach von außen beurteilt und angesehen?
Sascha:
Genau aus diesem Grund, weil ich eben die fantastische Arbeit des SVM in
den letzten Jahren ganz genau beobachtete, kam ich nach dem Anruf von Schlacks
ja ins Grübeln. Es verdient allerhöchsten Respekt, was hier in
der Vergangenheit aufgebaut wurde. Damit meine ich sowohl die sportliche
Seite als auch die Rahmenbedingungen.
Arno hat hier wahnsinnige Arbeit geleistet und eine Super-Truppe zusammengestellt
und geformt. Diese Arbeit gilt es fortzusetzen. Mir ist aber auch die Philosophie
des SVM grundsympathisch, beide Seniorenmannschaften eng zusammenarbeiten
zu lassen, um somit die jungen einheimischen Talente über die Bezirksliga
behutsam an die Rheinlandliga heranzuführen. Daher ist auch die Arbeit
von Roland und Thorsten nicht hoch genug zu bewerten, die den Aufstieg in
die Bezirksliga realisieren konnten. Toll, dass Roland nun als Teammanager
weiter zur Verfügung steht! Aber wie gesagt, auch die professionellen
Rahmenbedingungen, die in jüngster Vergangenheit geschaffen wurden,
passen zur vorbildlichen Außendarstellung des SVM. Wenn ich da nur
an das schicke Sportlerheim und die Spitzen-Plätzen denke. Und natürlich
an die sensationelle Homepage, die weit und breit ihresgleichen sucht. Also,
ich freue mich wirklich, in solch einem gut aufgestellten Verein arbeiten
zu dürfen!
Einige
Spieler beim SVM kennst du ja noch aus deiner aktiven Zeit, mit Jörg
Wahlen hast du ja sogar noch zusammengespielt. Von daher denke ich, wird
es sicher keine großen Anpassungsschwierigkeiten geben.
Wie siehst du das?
Sascha:
Jörg ist einer meiner allerbesten Freunde, mit ihm durfte ich ja sogar
einige Zeit in einer stets piccobello aufgeräumten WG in Trier zusammen
wohnen. Dadurch konnte ich natürlich einige Morbacher Jungs wie Hiege,
Timo, Mirko oder Kevin auch privat etwas kennen lernen. Logisch, dass es
ungemein reizt, nun mit ihnen zu arbeiten. Gleiches gilt natürlich
auch für die erfahrenen Jungs aus dem Trierer Raum. Wenn ich nur daran
denke, wie beispielsweise die beiden Flecks uns ab und an in Laufeld auseinander
montierten, dann bin ich froh, sie nun in meinem Team zu wissen. Bis auf
die talentierten Eigengewächse kenne ich die Truppe also bestens und
denke, dass wir uns relativ schnell aneinander gewöhnen werden.
Neue Trainer bedeutet auch meist, er bringt noch neue Spieler an Land. Hat sich ein Sascha Meeth in der kurzen Zeit schon ein paar Gedanken darüber gemacht?
Sascha:
Bedingt durch den späten Zeitpunkt meines Einstiegs in Morbach, liegt
hier sicherlich ein kleines Problem. Ein oder zwei Leute, die absolut hierher
passen würden, hätte ich schon noch gerne gehabt, aber da in wenigen
Tagen bereits die Wechselfrist endet, haben die potenziellen Kandidaten
bereits alle bei anderen Vereinen zugesagt. Ein richtig guter defensiver
Mittelfeldspieler würde uns sicherlich noch gut zu Gesicht stehen,
schließlich haben Hennes` und Kevins Weggang hier eine große
Lücke gerissen. Doch insgesamt bin ich mit dem vorhandenen Kader absolut
zufrieden. Weißt du, ich sehe es überhaupt nicht ein, jetzt noch
zwanghaft jemanden zu verpflichten, von dem man nicht 100% überzeugt
ist. Die Truppe ist gut und entwicklungsfähig und die jüngeren
Spieler werden die Lücken sicherlich schließen können, die
die erfahrenen Abgänge hinterlassen haben. Wäre ich mir da nicht
sicher, hätte ich nicht zugesagt. Ergibt sich noch was, ok gerne, wenn
nicht, ist es auch kein Weltuntergang.
Wie sehen deine Pläne aus, kannst du dir eine ähnlich lange Tätigkeit beim SVM vorstellen wie in Laufeld?
Sascha:
Also wenn ich für etwas stehe, dann sicherlich für diszipliniertes
Auftreten, Förderung jüngerer Spieler und Kontinuität. Ich
denke, das habe ich in Laufeld eindrucksvoll bewiesen. Was meine Person
betrifft, so würde ich mir sicherlich wünschen, längere Zeit
in Morbach aktiv zu sein. Ich hoffe, ich kann den Vorstand und das Umfeld
des SVM durch ehrliche Arbeit davon überzeugen, dies ähnlich zu
sehen.
Zwischen deinem Wohnort Mainz und Morbach liegen genau 105 km. Wird das für dich auf Dauer kein Problem werden?
Sascha:
Wie du dir sicher vorstellen kannst, drehten sich um diesen Punkt die meisten
Gedanken in meiner Entscheidungsfindung. Natürlich ist das ein enormer
Aufwand, aber ich bin mir sicher, dass der Spaß und die Freude an
der Arbeit mit dem Team diese Belastungen mehr als aufwiegen. Ich bin auch
jahrelang von Trier nach Laufeld gependelt. Bis ich aus der Stadt war, alle
Leute eingesammelt habe und schließlich in der Eifel ankam, waren
auch immer 45-50 Minuten vergangen. Jetzt fahre ich halt 15 Minuten länger.
Und das ist halt der Vorteil an meinem Job: Er ist zwar anstrengend und
entgegen der Meinung einiger Nörgler sicherlich nicht immer schon um
13 Uhr beendet, aber man kann sich die Zeit der Korrekturen und Unterrichtsvorbereitungen
sehr gut einteilen. Es ist halt vieles eine Sache der Organisation.
Zum
Schluß muss ich dir noch eine wichtige Frage im Namen der SVM-Famillie
stellen. Als Arno Michels im Jahr 2000 den SVM verließ, kamen danach
ein paar Trainer nach Morbach die irgendwie keine Bindung zum SVM-Anhang
fanden oder finden wollten. Sie blieben lieber nach den Spielen mit der
Mannschaft in der Kabine, was im großen Umfeld des SVM nicht gut rüber
kam. Welcher Typ ist Sascha Meeth, eher zurückhaltend oder sucht er
auch die Gespräche außerhalb des Spielfeldes mit den Zuschauern?
Sascha:
Da kann ich dich beruhigen
Udo, ich weiß durchaus wie wichtig die Leute sind, die den Verein
und die Jungs Woche für Woche unterstützen. Es gehört einfach
zum guten Ton, sich mit den Leuten zu unterhalten und ihre Meinung zu respektieren.
Auch das gehört für mich selbstverständlich zu den Aufgaben
eines Trainers, sich auch nach schlechten Spielen der Kritik der Zuschauer
zu stellen. Mich wirst du sicherlich genau so nach Niederlagen im Sportlerheim
antreffen wie nach Siegen. Wobei es mir grundsätzlich oft lieber ist,
wenn mich Leute ansprechen, als dass ich selber jeden anquatsche. Vom Typus
her bin ich nämlich eher ruhig und zurückhaltend - es sei denn,
der Ball rollt und es wird um Punkte gekämpft.
Ich wünsche dir eine schöne und natürlich erfolgreiche Zeit beim SVM und ich würde mich nach deiner Eingewöhnungszeit und kurz vor dem Saisonstart gerne über ein weiteres Gespräch freuen!
Sascha:
Vielen Dank, Udo, ich denke, das wäre in unser aller Sinne. Natürlich
können wir uns vor Saisonstart wieder unterhalten. Ich unterstütze
euch bei eurer tollen Arbeit mit der Homepage wann immer ich kann!
©
svmorbach2009