Im
Gespräch mit |
Arno
Michels am 24.03.09 |

Arno geht in die Offensive
Arno, Mario Basler hatte letzten Donnerstag nach dem Sieg in Langenhahn seinen Vertrag vorzeitig verlängert, wie sieht es denn bei dir aus nach dem Langenhahn-Spiel?
Arno: Da hab ich mich ehrlich noch keine Gedanken gemacht.
Mario hatte die Westerwälder auch über den grünen Klee gelobt, so dass einem ja angst und bange werden konnte. Aber außer den kritischen 20 Minuten nach der Führung, hatte man den Gegner doch scheinbar sicher im Griff?
Arno: Wir sollten die beiden Spiele nicht miteinander vergleichen. Für Langenhahn war das Viertelfinalspiel gegen die große Eintracht ein Highlight. Da ist es doch vollkommen normal, dass man sich als Underdog voll reinknallt und eine Sensation schaffen will. Am Sonntag aber war wieder Ligaalltag. Außerdem lag der Druck in diesem Spiel beim Gastgeber. Richtig ist, dass wir nach der Führung enorm unter Druck geraten sind und die Phase schadlos überstanden haben. Danach haben wir mehr und mehr die Kontrolle gewonnen und hätten präziseres Kontern zu einer frühen Entscheidung nutzen können. Langenhahn hat bis zum Schluss gekämpft; ihnen hat aber meiner Erkenntnis auch die Frische in den Köpfen und Beinen gefehlt.
Es fällt in dieser Saison extrem auf, dass wir in Führung liegend nicht zu schlagen sind, aber auch umgekehrt kein Spiel gewinnen können. Ich weiß, wenn du die Lösung wüsstest, würdest du das Problem abstellen. Dennoch erzähl mal deiner Meinung nach, woran es liegen könnte?
Arno: Ein Grund könnte in der Ausgeglichenheit der Rheinlandliga liegen. Die Tagesform ist oftmals der entscheidende Unterschied. Und jede Mannschaft profitiert davon, wenn sie den ersten Treffer erzielt. Das Abwehrverhalten, insbesondere das gruppen- und mannschaftstaktische Verhalten lässt sich nun mal einfacher trainieren, als das Angriffsverhalten, bei dem tief stehende Abwehrreihen und enge Spielräume kreativ und doch aufeinander abgestimmt bespielt werden müssen. Wir arbeiten im Training sehr viel an offensiven Lösungen. Das werte ich als Kompliment, weil unsere Defensive stimmt. Mental haben wir nach Rückständen einen Sprung nach vorne gemacht. Dennoch müssen wir uns noch eine dickere Haut zulegen und ruhiger und zielgerichteter aufbauen.
Nun stehen die Derbywochen ins Haus (Mehring, Salmrohr und Dörbach) und wir könnten einen großen Schritt tun um die Nr.1 in der Region zu werden. Sehen du und die Mannschaft das ähnlich um dieses Prestige noch als Saisonziel anzustreben?
Arno: Es sind noch 30 Punkte zu vergeben. Wir wollen soviel wie möglich davon. Und dann schauen wir am Ende auf die Tabelle.
Wenn wir dann noch mit der 2. Mannschaft in die Bezirksliga aufsteigen würden, wären wir die erste Adresse im Bezirk Trier hinter der Eintracht. Sollte das nicht Ansporn genug sein für unsere Jungs den SV Morbach derart ins Rampenlicht zu setzen?
Arno: Ich glaube nicht, dass die Jungs was dagegen haben. Die Chancen sind da, etwas Großartiges zu leisten. Und die sollten wir nutzen.
Jetzt steht aber erstmal das Duell gegen deinen "Spezi" Rudi Thömmes auf dem Plan. Rudi war, oder ist immer noch ein offensiv ausgerichteter Spieler, du kamst mehr aus der Defensive heraus. Kann man daraus vielleicht auch ableiten, dass Mehring offensiver spielt und daher fast das Doppelte an Toren geschossen hat als wir?
Arno: Ob du es glaubst oder nicht. Auch
meine Spielphilosophie ist eine offensive. Ich war ja früher auch mal
ein torgefährlicher offensiver Mittelfeldspieler (ich weiß, ist
ein bisschen was her). Wir haben in fast allen Spielen mehr Ballbesitz als
unser Gegner. Wir wollen das Spiel bestimmen und schnellen Kombinationsfußball
spielen, uns dabei Chancen herausspielen und den Zuschauern was bieten.
Doch dazu gehört für mich aber immer auch eine verlässliche
Ordnung. Auch in der Offensive. In der Verwertung der Chancen waren wir
in der Vorrunde nicht gut genug. Es fehlen uns Treffer und Punkte auf der
Habenseite.
Für den Zuschauer sind Tore nun
Mal das Salz in der Suppe. Ein spannendes 3:3 ist schließlich unterhaltsamer
als ein gequältes 1:0. Ich will damit sagen, werden wir am Samstag
ein attraktiveres Spiel sehen als in Mehring?
Arno: Ein 0:0 mit Chancen auf beiden Seiten kann attraktiver sein als ein 5:5 mit haarsträubenden Fehlern. Wir sollten nicht so tun, als ob das Ergebnis keine Rolle spielt und wir mal so drauf los spielen. Wir alle (Trainer, Spieler, Verantwortliche und auch Zuschauer) wollen am Ende des Tages auch ein positives Ergebnis sehen. Und dazu gehört auch eine Strategie oder Taktik.
Thema Rasenplatz: Jetzt soll doch wieder nicht im Stadion
gespielt werden, weil die Witterung angeblich immer noch nicht in Ordnung
sei und der Rasen dann doch nicht bespielbar wäre! Mir hat ein Landschaftsgärtner
erzählt, der Platz sei in jedem Fall bespielbar und sein optischer
Zustand käme nur von unfachlicher Behandlung!
Die Mannschaft ist aber heiß darauf endlich im Stadion zu spielen,
bist du nicht auch der Meinung, es gäbe höchste Zeit umzuziehen?
Arno: Wir nehmen es wie es kommt.
Na gut, Hauptsache drei Punkte auf grünem Rasen, aber anstatt mit Kunst wäre es auf (Natur)liche Art schöner!!
Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling
©
svmorbach2009