Im
Gespräch mit |
Andreas
Schärf am 17.03.10 |

"Pold" denkt ans Aufhören
Hallo Pold,
mit
der zweiten Mannschaft innerhalb von 4 Tagen ein Wechselbad der Gefühle,
bzw Leistung durchlebt.
War allein das Fehlen der drei Torschützen von Lüxem der Ausschlag
für diesen krassen Leistungsunterschied?
Pold:
Hallo Udo, das Spiel in Ralingen an dem Fehlen von Eloy, Mirko und Tim festzumachen
wäre zu einfach. Wir haben einfach alle nicht zu unserer Leistung gefunden
und das Spiel auch völlig verdient in dieser Höhe verloren. Im Kopf
hatten wir wohl alle das Spiel schon vorher gewonnen, wurden dann aber eines
besseren belehrt! Diese zwei Spiele zeigen aber wieder einmal deutlich auf,
worauf es im Fußball ankommt.
EINSTELLUNG und DISZIPLIN.
Leider waren wir davon gestern weit entfernt. Wir müssen nun versuchen
es in den kommenden Spielen wieder besser zu machen und zu punkten!
Kann man dennoch mit den 26 Punkten nach 20 Spieltagen zufrieden sein?
Pold:
Generell schon. Man darf nicht vergessen, dass wir ein Aufsteiger sind. Dafür
stehen wir mit 26 Punkten immer noch sehr gut da. Vor der Saison hätte
diese Punktezahl nach 20 Spielen jeder Unterschrieben!
In der Vorsaison hätten diese 26 Punkten bereits zum Klassenerhalt gereicht, da es nur zwei Absteiger gab. Aber da die Möglichkeit von bis zu fünf Absteigern besteht muss man wohl bis zum Ende der Saison Vollgas geben?
Pold:
Auf jeden Fall. Die Teams hinter uns fangen nun auch an zu Punkten und werden
alles versuchen das rettende Ufer noch zu erreichen. Meiner Meinung nach benötigen
wir noch mind. 10 Punkte für den sicheren Klassenerhalt!
Bei
unserem Gespräch im Sommer warst du ja vom Klassenerhalt ohnehin überzeugt,
was vom Potenzial auch durchaus realistisch ist. Des Weiteren war deine Aussage:
“Ziel sollte es sein unsere vielen guten Nachwuchsspieler
weiter zu verbessern und sie näher an den Kader der ersten Mannschaft
heranzubringen“.
Irgendwie kommt es einem so vor, dass sich einige von den Jungs immer weiter
von diesem Ziel entfernen oder wie siehst du den Leistungsstand der so genannten
“Jungen Wilden“?
Pold:
Einige Spieler haben sich schon weiterentwickelt. Wenn ich da an den Jan Weber
und den Athman Guidoume denke, ist deren Entwicklung absolut positiv. Viele
andere bemühen sich, werden aber oft von Verletzungen, Abitur etc. immer
wieder zurückgeworfen. Jedoch vermisse ich da oft den Ehrgeiz, trotz
der Belastung in Schule oder Beruf, den Willen zu entwickeln sich auch sportlich
zu verbessern. Daran sieht man auch oft die Einstellung auf dem Platz. Da
machen es sich einige Jungs viel zu einfach. Die wissen gar nicht, welche
tollen Bedingungen sie hier beim SV Morbach vorfinden!
Abschließend müssen wir nun alle „aus dem Quark“ kommen,
um den Klassenerhalt zu sichern um auch im nächsten Jahr mit 2 Teams
überkreislich spielen zu können. Die Saison wird dann aber sicherlich
noch schwieriger, da altersbedingt einige Leistungsträger die Schuhe
an den berühmten Nagel hängen.
Das würde bedeuten, es müsste oder besser gesagt, es sollte weiterer talentierter Nachwuchs heran geführt werden. Dieser scheint ja auch vorhanden zu sein, wenn man die Erfolge der A und B Jugendmannschaften in der JSG so verfolgt. Nur da wird man sich in naher Zukunft mit den Spielern und den Nachbarvereinen zusammen setzen müssen um die Zukunft der Talente zu planen. So gut die Zusammenarbeit in der JSG derzeit auch funktioniert, aber da werden doch sicher einige Probleme auf die Vereinsverantwortlichen zu kommen?
Pold:
Ja absolut richtig. Die Gründung der JSG in 2005 fängt nun an ihre
Früchte zu tragen. Die Trainer, Betreuer und auch die Jugendlichen leisten
da nun seit einigen Jahren tolle Arbeit und werden / wurden auch mit Meisterschaften
und guten Tabellenplätzen belohnt. Hier möchte ich an dieser Stelle
ein dickes Lob an alle Beteiligten aussprechen. Macht weiter so. Das ist der
absolut richtige Weg!
Die Zukunft der
Talente wird sich wohl als schwierig herausstellen. Jeder Verein möchte
natürlich die besten Spieler für den eigenen Seniorenbereich gewinnen.
Generell sollte man den talentierten Jungs aber die Möglichkeit geben
früh an ein gewisses Leistungsniveau herangeführt zu werden. Nur
so können sie sich weiterentwickeln und eventuell auch Leistungsgrenzen
erfahren. Dies ist in der EG beim SV Morbach nun halt am ehesten der Fall.
Wobei ich mit dieser Aussage in keinster Weise die Arbeit der anderen Vereine
in Frage stellen oder schlecht reden möchte!! Da wird es bestimmt noch
Diskussionen geben.
Um die
talentierten Jungs alle zu fördern, wäre es nicht schlecht wenn
neben unserer Zwoten noch ein weiterer Verein aus der EG Morbach in der Bezirksliga
spielen würde.
Aber es sieht derzeit nicht so aus und ein echtes Bestreben danach ist auch
bei keinem Verein so richtig zuerkennen. Dabei wäre es für die jungen
Spieler enorm wichtig leistungsbezogen zu spielen, denn wie schnell man in
den Kreisligen abtauchen kann, zeigen die Beispiele unserer einst so hoffnungsvollen
Talente wie Florian Schmitt, Christian Nonn oder Sebastian Nau.
Pold:
Das wäre natürlich die ideale Lösung. Irgendwie hab ich auch
im Gefühl, das es gar nicht mehr so lange dauert bis diese Situation
eintreten könnte. Leider sind zu viele Vereine im negativen Trend und
es wird zu Zusammenschlüssen kommen. Diese wären dann, zusammen
mit den nachkommenden Talenten durchaus in der Lage auch mal die Bezirksliga
zu erreichen. Was junge Spieler aus ihrem Talent machen hängt größtenteils
an ihnen selbst. Davon werden auch einige hoffnungsvolle Talente „irgendwo
abtauchen“, aber das kann auch durch den Berufseintritt etc. passieren.
Reden
wir noch mal von den Leistungsschwankungen unserer beiden Seniorenmannschaften,
dieses scheint ja ein generelles Problem in dieser Saison zu sein.
Da werden mit spielerischer und kämpferischer Glanzleistung selbst die
stärksten Gegner besiegt und dann bekommt man wieder was über gebraten.
Bei der Ersten noch schlimmer als bei der Zweiten, da gab es von 7 Niederlagen
gleich 5 mal deftig auf die Ohren. Wie ist so etwas zu erklären?
Pold:
Schwierig. Es kann eigentlich überwiegend nur an der Einstellung liegen.
Unsere Erste ist sicherlich eine der erfahrensten und am besten besetzten
Mannschaft der Rheinlandliga. Das hat sie ja auch schon mehrfach bewiesen.
Aber „mit halber Kraft“ geht es in diesen Spielklassen nicht mehr.
Das
siehst nicht nur du so, sondern auch viele Zuschauer, die sich angesichts
des wohl besten SVM-Kaders aller Zeiten, solche Formschwankungen einfach nicht
erklären können.
Mir kommt es auch vor, dass trotz der großen Erfolge in der Vorsaison,
die Kameradschaft in dieser Saison irgendwie auf der Strecke bleibt.
Pold:
Generell kann ich sagen, dass wir unter den Spielern eigentlich immer ein
gutes Miteinander haben. Problematisch ist sicherlich die mittlerweile hohe
Anzahl an auswärtigen Spielern die relativ weite Anfahrten zu Training
und Spielbetrieb haben. Das die Jungs nicht nach jedem Training und Spiel
noch länger verweilen ist ja verständlich. Doch auch hier könnte
sich der ein oder andere mal etwas an der eigenen Nase packen und evtl. doch
mal die ein oder andere Gelegenheit wahrnehmen um etwas länger bei der
SVM Vereinsfamilie zu verweilen.
Vielleicht
denken aber einige, sie sind nur zum Fußballspielen hier...
Pold:
Mag sein, aber das möchte ich keinem unterstellen!
Ich glaube das ist ein ganz entscheidender Punkt an dem es uns fehlt, wenn
es mal im Spiel nicht so läuft. Da fehlt dann der letzte Tick von wirklichem
Zusammenhalt und Mannschaftsgeist um Spiele doch noch positiv zu gestalten
oder sich rein zu beißen! Das macht es dann auch aus um wirklich eine
Spitzenmannschaft zu sein oder konstant auf dem Mannschaftsmöglichen
Niveau zu spielen.
Da
magst du sicher Recht haben, es muss ja auch kein Saufgelage sein, denn wir
spielen ja keine Kreisliga, aber vom Profifußball sind wir noch weiter
entfernt und selbst da setzt man sich des Öfteren mal zusammen.
Da vermisst man solche Typen wie Michael Hartmann, Sascha Fuhr, Daniel Willems
oder Basti Dietrich doch sicher umso mehr?
Pold:
Klar vermisst man solche Typen wie Hartmann, Fuhr, Willems, Dietrich.... Sie
alle haben unsere Teams und das Umfeld geprägt und waren auch maßgeblich
an der erfolgreichen Zeit beteiligt! Für mich persönlich kann ich
abschließend nur sagen, dass ich in meiner Seniorenzeit sehr viele unterschiedliche
Charaktere an Spielern und Mitspielern kennen gelernt habe. Bis auf ganz wenige
Ausnahmen kann ich da aber nur ein positives Fazit ziehen.
Sprechen
wir doch noch kurz über deine Person, wie du mir ja schon erzählt
hast, willst du in jedem Fall noch ein Jahr in der Zwoten spielen. Danach
denkst du über eine Tätigkeit im Jugendbereich nach, so wie es in
deinen Zeitrahmen passt.
Aber demnächst steht die Generalversammlung ins Haus und da wolltest
du dich auch im Vorstand etwas mit einbringen. Kannst du uns hier schon was
Konkretes berichten?
Pold:
Ganz ehrlich
Udo, ich bin mir mittlerweile gar nicht mehr so sicher, ob ich noch ein Jahr
dranhänge. Je näher das Saisonende kommt desto öfter denke
ich ans aufhören. Zumal Jörg und Otze auch keinen Millimeter von
Ihrer Entscheidung aufzuhören abrücken.
Nach der Seniorenzeit wird man mich dann sicherlich öfters bei der AH
antreffen. Zudem werde ich mich weiter im Marketeam29 einbringen. Was sonst
noch kommt wird man sehen!
Aktuell ist mein Zeitrahmen schon sehr eingegrenzt!
Für dich und die Zwote wünsche ich natürlich den erhofften Erfolg und dir persönlich eine gute Zusammenarbeit mit und im Vorstand des SVM
Pold:
Vielen Dank Udo! Macht weiter so mit eurem „Presseteam“.
Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling
© svmorbach2010