Im Gespräch mit
David Thieser am 12.08.09


Abwehrchef Sharky wieder fit

 

Hallo David,
nach deiner Verletzung zum Ende der Saison bist du sicher wieder heiß auf´s Fußballspielen?

David: Hallo Udo! Ja, ich freue mich dass es am kommenden Wochenende wieder los geht und hoffe, dass wir dieses Jahr eine besserer Hinrunde spielen als im letzten.

Zur 80-Jahrfeier des SVM kommt der selbsternannte Topfavorit FSV Salmrohr nach Morbach, vor fast genau zwei Jahren kam es im AJ-Stadion zur gleichen Begegnung. Topfavorit damals, der Oberligaabsteiger FSV Salmrohr und in den Reihen der Salmtaler stand ein gewisser Herr Thieser. Das Spiel fand vor einer großen Zuschauerkulisse statt und es ging hoch her. Wie hast du das damalige Spiel und die Atmosphäre bis zu deinem Platzverweis in der 86. Minute empfunden?

David: Du kramst wieder Sachen aus… Das hatte ich schon längst verdrängt ? - Na gut: Es war das erste und auch so ziemlich das einzige Spiel der Saison vor einer solchen Kulisse. Natürlich wollten wir das Spiel gewinnen. Der SVM war taktisch sehr gut eingestellt und bei „uns“ waren einige junge Spieler auf dem Feld die noch nicht vor einer solchen Kulisse gespielt hatten und dementsprechend nervös waren. Morbach ging verdient in Führung. Wir hatten zwar noch einige gute Gelegenheiten, kamen aber nicht mehr zum Ausgleich. Letztendlich ein verdienter Sieg für den SVM, der sicher auch durch die tolle Unterstützung der Zuschauer über die Zeit gebracht wurde…

Bleiben wir im Jahr 2007, es ist der 34.Spieltag in der Oberliga und Salmrohr gewinnt 3:0 gegen Wirges. Aber ein Tor fehlte und Salmrohr musste absteigen. Wie hat man sich da gefühlt?

David: Naja, es war eine absolute Katastrophensaison. Wir hatten eine sehr gute Truppe, blieben in der Hinrunde allerdings unter unseren Möglichkeiten. Trotzdem holten wir in den letzten 3 Partien des Jahres 2006 zwei Unentschieden (2:2 in Mayen und 1:1 in Trier) und einen Sieg (3:0 gegen Homburg) und standen im unteren Mittelfeld der Tabelle. Nach dem ersten Spieltag im Jahr 2007 wurde dann Erwin Berg entlassen und Friedhelm Rach übernahm die Mannschaft. Aus meiner Sicht war das der Knackpunkt und ausschlaggebend für den späteren Abstieg, ein Tor hin oder her. Teilweise haben wir in den letzten Monaten der Saison mit 6 Mann trainiert – in der Oberliga! Wenn du dann samstags ins Stadion einläufst und vor ca. 20 zahlenden Zuschauern spielst ist das nicht besonders toll. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch kein Spieler wusste ob er in der darauffolgenden Saison in Salmrohr bleiben würde oder nicht, steckt einem so eine Saison mit allen negativen Erfahrungen in den Knochen. Aus diesem Grund war ich nach dem 3:0 Sieg und dem Abstieg durch ein Tor auch nicht so frustriert oder traurig wie man es vielleicht unter normalen Umständen gewesen wäre, weil es sich einfach über die letzten Monate angebahnt hatte und nur eine logische Konsequenz war. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass es ungerecht gewesen wäre, wenn wir die Klasse gehalten hätten…

Zu deinen Mannschaftskameraden gehörten die Flecki`s und Oleg Tintor. Nun spielst du mit ihnen hier beim SVM. Welche Ziele verfolgt ein David Thieser der ja immerhin schon Regionalliga gespielt hat?

David: Möglichst guten Fussball spielen und Spaß dabei haben. Meistens kommt das zweite durch das erste…

Reden wir kurz über die Zeit mit der Eintracht in der Regionalliga. Nach dem Abstieg aus der 2.Liga wollte Trier mit jungen Spielern aus der Region einen Neuaufbau wagen. Neben dir spielten auch die Gebrüder Fleck eine Rolle des Neuaufbaus, doch der Schuss ging nach hinten los und man schob überwiegend den jungen, unerfahrenen Spielern die Schuld zu. Was hast du aus dieser Zeit gelernt?

David: Einiges… Zunächst einmal war es ja so, dass für „uns“ junge Spieler die vorangegangene Saison klasse verlief: Aufstieg in die Oberliga mit einer super Truppe von denen viele auch schon bei der ersten Mannschaften gespielt oder zumindest regelmäßig trainiert haben. Mit der Mannschaft hätten wir mit Sicherheit auch in der Oberliga eine gute Rolle gespielt und jeder Einzelne hätte in seiner Entwicklung den nächsten Schritt machen können. Dann kam der unerwartete Abstieg der Ersten – übrigens auch wegen eines einziges Tores… Da der Verein nicht auf diesen Fall vorbereitet war, wurde aus der Not nur junge Spieler noch unter Vertrag zu haben, eine Tugend gemacht… Dass das in der dritthöchsten Spielklasse mit vielen Spielern die in den Jahren zuvor noch erst- oder zweitklassig gespielt haben nicht funktionieren kann war eigentlich logisch… Im Nachhinein muss man sagen, dass die neue Mannschaft zum Teil zu jung – zum anderen Teil aber auch zu alt war – der Mittelteil, Spieler zwischen 25 und 35 waren absolute Mangelware und hätten sowohl den jungen, als auch den älteren gut getan.

Ob man es als „lernen“ bezeichnen kann weiß ich nicht, aber auf jeden Fall waren es wichtige Erfahrungen, sowohl positiv als auch negativ…

Zunächst einmal war es ein tolles Gefühl vom Trainer Michael Prus sowie vom Co Arno Michels vollstes Vertrauen und volle Rückendeckung zu bekommen. Der Höhepunkt neben den Testspiel-Einsätzen von Beginn an gegen Mainz und Celta de Vigo war sicherlich das Spiel im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern sowie der 3:2 Auswärtssieg beim späteren Aufsteiger Augsburg wo wir zur Halbzeit noch 0:2 hinten lagen…

Extrem waren aber auch die negativen Eindrücke: Die Wut der Fans nach der 2:6 Heimpleite gegen Darmstadt (der Kabinenausgang wurde 2,5 Stunden von randalierenden Fans blockiert) oder die Zeit unter Eugen Hach (fachlich top, menschlich flop), unter dem ich keine wirkliche Chance mehr bekam und wir eine Vorbereitung hatten die sich mit einer von Felix Magath messen kann. Vor allem aber dann zum Ende der Saison, bei zwei möglichen Wechseln zu Darmstadt 98 bzw. Lautern II. In diesen Wochen und Monaten wurde deutlich dass Fussball eben auch (nur) ein Geschäft ist in dem es in erster Linie um Kohle geht und Spieler von Beratern, Managern und Trainern oft wie Ware gehandelt werden.

Dennoch waren es wichtige Erfahrungen mit vielen schönen Momenten.

Die Flecki`s hauten dann zur Winterpause ab ins Saarland und du gingst Ende der Saison 2006 zum FSV Salmrohr, wo Stefan und Michael dann auch hinkamen. Dort wollten die Salmtaler mit euch auch wieder in der Oberliga oben angreifen, aber auch hier lief es nicht und der Rest ist ja bekannt.
Nun hat sich Salmrohr mit Robert Jung, den einstigen Erfolgstrainer an Land gezogen, glaubst du dass er das einstige Flaggschiff der Region wieder flott machen kann?

David: Das kann ich nicht beurteilen, da ich Robert Jung nicht persönlich kenne. Vom Potenzial her kann Salmrohr es dieses Jahr sicher schaffen aufzusteigen. Unsympathisch finde ich es nur wenn man schon von einer Liga darüber träumt und das auch so raus posaunt… (Wenigstens muss man jetzt ja anscheinend nicht mehr an die Duschköpfe springen damit Wasser raus kommt…)

Beim Spiel gegen Salmrohr wird es sicher wieder hoch gehen, da sind die Morbacher immer besonders heiß und die vier Ex-Spieler des FSV braucht man sicher wohl erst recht nicht zu motivieren.
In diesem Spiel wird zwar nicht die Meisterschaft entschieden, aber es geht sicher um mehr als nur drei Punkte?

David: Nein Udo, es bleiben 3 Punkte…!!! Natürlich werden alle Ex-FSVler besonders motiviert sein, gerade weil auch einige Kumpels noch beim FSV spielen, aber meinetwegen können wir beide Spiele gegen Salmrohr verlieren wenn wir dafür alle anderen gewinnen… Derbys haben sicher immer einen besonderen Charakter, aber es ist nur ein Bruchteil einer Saison – und letztlich zählt nur der langfristige Erfolg. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass die Kulisse auch dieses Jahr so toll ist wie die vor 2 Jahren und uns zu einem Sieg verhelfen kann.

Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling

 

© svmorbach2009

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