Im Gespräch mit
Gerhard Vogt am 29.10.08


Paule, die neue Seele vom SVM

Hallo Paule, du bist gerade erst von einem Krankenhausaufenthalt zurück gekehrt, was war der Anlass und bist du wieder vollkommen genesen?

Paule: Ja das stimmt, leider hatte ich wieder einen Bandscheibenvorfall, der operativ in Heidelberg behandelt wurde.
Es wird noch einige Zeit dauern bis ich wieder voll hergestellt bin, dazu brauche ich aber auch wiederum sehr viel Geduld,
die ich nur schlecht immer aufbringen kann.

Du warst lange Jahre aus dem Fußballgeschäft raus, klammert man deine Aktivität bei der AH einmal aus.
Was oder wer hat dich bewegt wieder eine Tätigkeit im Verein zu übernehmen?

Paule: Ich glaube sagen zu dürfen, dass ich immer ein Vereinsmensch war, bin und bleiben werde. Das Vereinsgeschehen im SVM als solches habe ich nie aus den Augen verloren und immer verfolgt. Es ist immer sehr schwierig ein Amt im Verein zu begleiten, wenn man die Woche über beruflich auswärts tätig ist.

Bei deinem Amtsantritt im letzten Jahr, war dein Vorhaben, sich langsam wieder in die geschäftliche Vereinsarbeit hinein zu finden. Doch nach dem überraschenden Rücktritt von Geschäftsführer Jürgen Schmidt, wurdest du praktisch über Nacht ins kalte Wasser geworfen.
Auf der Jahreshauptversammlung wirst du nun offiziell als neuer Geschäftsführer des SVM nach gewählt werden. Hast du dich schon voll in das Geschäftsleben des SVM eingearbeitet oder hättest du das Geschehen lieber noch etwas aus der 2.Reihe verfolgt?

Paule: Woher weist Du eigentlich, dass ich als Geschäftsführer gewählt werde? Diese Entscheidung muss die Versammlung am Samstag treffen.
Ich hatte mir schon das Mitwirken im SVM Vorstand bei Amtsantritt letztes Jahr allerdings etwas anders vorgestellt. Mein Vorhaben war es, als Ansprechpartner für Spieler, Trainer, Vorstand und Jugend zu fungieren, und darüber hinaus vielleicht ein wenig, meine in früheren Jahren erlangten Erfahrung im Vorstand des SVM mit einzubringen.
Auch ist richtig, dass ich wie die „Jungfrau zum Kinde“ zum Titel kommissarischer Geschäftsführer gekommen bin und musste mich ganz schnell einer ganz anderen Thematik zuwenden. Dennoch, so hoffe ich, dass ich mich recht fix im neuen Umfeld zu Recht gefunden habe und nach bestem Wissen und Gewissen meine Aufgaben „beackert“ habe.

Geschäftsführer beim SVM, da denkt man unweigerlich an deinen "Spetzi" K.H. Weyand.
Keiner vor oder nach ihm hat diesen Posten derart bestimmend ausgefüllt und das über viele, viele Jahre. Kannst du dir eine ähnlich lange Amtsperiode vorstellen?

Paule: Ich möchte an dieser Stelle anfügen, das ich immer die von K.H. Weyand über viele Jahre geleistete Arbeit als Geschäftsführer des SVM respektiert und sehr geschätzt habe. Es hängt von sehr vielen Faktoren ab, ob man ein Ehrenamt für eine solch lange Amtszeit begleiten kann. Ich hätte auf jeden Fall nicht vor, falls ich gewählt werde, bereits nach einem Jahr das Handtuch zu werfen. Bestimmend- nein, da bin ich nicht der Typ dazu.
Die Vergangenheit hat uns bereits gelehrt, dass gemeinsam was zu entscheiden und zu lösen, viel sinnvoller ist.

Der Geschäftsführerposten ist eines der wichtigsten Ämter im Vereinsleben überhaupt. Wenn man es mal mit der Politik vergleicht, der Bundespräsident ist zwar das Staatsoberhaupt aber der(die) Kanzler(in) muss den Laden führen. Wie siehst du deine Arbeit beim SVM?

Paule: Hierarchie gibt es bei uns nur auf dem Papier. Was mich bisher sehr erfreut hat, ist die Tatsache, dass wir bereits heute im Vorstand zu einem Team gewachsen sind.
Ob es die Personen des erweiterten, des engeren oder des geschäftsführenden Vorstandes sind, jeder bringt sein Wissen und Ideen ein, so dass sich das Vereinsrad dreht. Ich kann an dieser Stelle mit Recht behaupten, dass wir eine sehr homogene Einheit sind, die vor allem, das betone ich noch einmal, gemeinsame Entscheidungen trifft und auch gemeinsam den Kopf hin hält, in guten wie in schlechten Tagen.

Wegen des beruflichen Umzuges des 2.Vorsitzenden Marco Wahlen nach Köln und dem Ausscheiden von Jürgen Nonn im Betreuerbereich, stehen am Samstag noch weitere Nachwahlen an?

Paule: Es würde mich vorab riesig freuen, wenn sich viele Vereinsmitglieder zu der Jahreshauptversammlung im Sportlerheim am Samstag einfinden würden um mitzubekommen, was wir im vergangenen Jahr bisher gemacht haben und was wir in Zukunft noch vorhaben. Es gibt permanent Arbeiten im Verein zu verrichten, die wir künftig noch auf viele Schultern verlagern müssen und wir dazu auf jede hilfreiche Hand angewiesen sind.
Es wäre toll wenn sich aus der Versammlung heraus (oder aus dem erweiterten Umfeld, sprich Eltern der Jugendspieler) noch Personen zur Verfügung stellen würden, künftig als Betreuer oder in irgend einer anderen Funktion im SVM mitzuarbeiten.

Mit der Fertigstellung des Kunstrasenplatzes ist ein weiterer großer Fortschritt im sportlichen Bereich geschaffen worden. Wenn du jetzt an deine aktive Zeit als Fußballer zurück denkst und nun dieses ganze Sportgelände mit allem drum und dran siehst, kann man schon etwas neidisch auf die heutige Spielergeneration sein, oder?

Paule: Durchaus, wenn ich daran denke überwiegend auf Hartplätzen gespielt zu haben, oder Kabinen und Duschen vorgefunden zu haben, die nicht größer wie Onkel Tünn’s Hütte waren.
Heute ist das ein wenig anders, für die Jugend und die aktiven Spieler muss ein Umfeld geschaffen werden,
das neue Anreize und Möglichkeiten bietet, damit der Fußball künftig an Attraktivität nichts verliert. Hierzu gehören eben diese großartigen Rahmenbedingungen, wie Kunstrasen- und Rasenplatz, Sportlerheim, Trainerstab, Betreuer, sowie künftig auch die medizinische und physiotherapeutische Betreuung, auf die wir künftig sehr großen Wert legen.

Der Fortschritt ist halt nicht auf zuhalten und Stillstand heißt bekanntlich Rückschritt.
Unserer tollen Anlage würde noch eine überdachte Tribüne gut zu Gesicht stehen, gibt es hier vielleicht schon Pläne für die Zukunft?

Paule: Udo, das sind Träume und Wunschvorstellungen, die im Moment gar nicht zur Debatte stehen und auch finanziell überhaupt nicht in unser derzeitiges Konzept passen. Vorrangig muss die Jugend an der Basis weiter gefördert und ausgebildet werden und dort sind noch erhebliche finanzielle Mittel notwendig.

Du sprichst das Finanzielle an, ich denke hier könnte man gerade im Merchandisingbereich den Hebel noch besser ansetzen. Auf unserer Homepage haben wir in jüngster Zeit begonnen unsere Sponsoren besser ins Licht zu rücken und ich denke das in diesem Bereich noch Luft nach oben ist.
Ohne sich in finanzielle Abhängigkeit zu begeben, wäre es nicht mal ein Versuch wert, einen Großsponsor an Land zu ziehen?


Paule: Erst einmal darf ich mich bei Euch „ Machern“ der Homepage recht herzlich bedanken für das was ihr hier Woche für Woche dem Leser an Berichten, Ausführungen und Bildern zur Verfügung stellt. Die täglichen Zugriffe sprechen hier eine eindeutige Sprache, dass dies für unseren Verein ein überaus wichtiges Instrument der Vermarktung geworden ist und gar nicht mehr wegzudenken wäre.
Ich bin in diesem Punkt aber eher Realist und betone, dass es heute gar nicht mehr so einfach ist Sponsoren zu finden. Ich freue mich über jeden „kleinen Sponsor“ im Rahmen unseres Sponsorings den wir gewinnen können. Aber die Euros sitzen halt bei den Unternehmen nicht mehr so locker. Richtig ist natürlich, das wir in diesem Bereich, wie Du es formulierst, noch Luft nach oben haben. Dieser Thematik werden wir weiter Aufmerksamkeit schenken, weiter verfolgen und intensivieren.
Toll wäre natürlich mal die Zusammenarbeit mit einem Großsponsor, doch die Vergangenheit hat bei einigen anderen Vereinen gezeigt, das dies auch negativ enden kann. Wobei ich sage, das wenn man ehrliche Arbeit vorweisen kann, auch ein Großsponsor weiter im Boot bleibt. Aber auch diese Thematik werden wir in Zukunft versuchen anzusprechen.

Im nächsten Jahr steht das 80-jährige Vereinsjubiläum ins Haus. Sind hier größere Feierlichkeiten geplant?

Paule: 2009 stehen mehrere Jubiläen zusammen an: 80 Jahre SVM, 50 Jahre AH, 10 Jahre Badminton, 60 Jahre TT-Abtlg., feiern wollen wir diese Jubiläen am 21. 22. und 23. August 2009. Gespräche wurden bereits geführt.
Was bis heute festgehalten wurde ist, dass wir nächstes Jahr den Amtspokal mit dem FC Bischofsdhron auf Grund der Jubiläen getauscht haben.

Wir hatten uns ja mal unterhalten, dass man angesichts des nun vorhandenen Kunstrasens in Verbindung mit dem Rasenplatz, ein lukratives Turnier auf die Beine stellen könnte. Hat es in dieser Richtung schon mal Überlegungen gegeben?

Paule: 30./31. Mai 2009 ein großes internationales Jugendturnier.

Reden wir mal über die aktuelle sportliche Lage unserer Mannschaften.
Dein Gesichtsausdruck am Sonntag nach den beiden Spielen unserer Senioren gegen Salmrohr II bzw. Lahnstein war nicht gerade fröhlich gestimmt. Wie groß waren oder sind noch die Kopfschmerzen bei dir oder in der Vorstandsetage allgemein, angesichts der Ergebnisse unserer Ersten in der laufenden Saison?

Paule: Mein Gesichtsausdruck hatte eher was mit meinen noch vorhandenen Schmerzen im Rücken zu tun. War für mich sehr anstrengend 180 Minuten zu stehen.

Dieser Frage bist du sehr geschickt ausgewichen,
im Umfeld der Mannschaft und auch unter den Zuschauern hört man immer verstärkter, auf dem Rasenplatz hätten wir mehr Punkte und es würde auch anderer Fußball geboten werden. Wenn ich die Leidenschaft auf dem Bullayer Acker gesehen habe, könnte ich mir das auch gut vorstellen. Was meinst du dazu und wann wird wieder auf dem Rasen gespielt?

Paule: Ich habe auch kein schlechtes Spiel in Mehring oder gegen Burgbrohl auf Kunstrasen gesehen. Es sind nur noch 3 Heimspiele der I. in 2008, die werden wir noch auf dem Kunstrasenplatz bestreiten. Der Rasenplatz wird im Frühjahr 2009 in einem einwandfreien Zustand wieder zur Verfügung stehen. Freuen wir uns doch jetzt schon wieder darauf.

Im Gegensatz zur Ersten, läuft es bei der Zwoten eigentlich recht gut, auch wenn nur ein Punkt in den letzten drei Spielen geholt wurde. Außer den jungen Spielern will keiner was vom Aufstieg in die Bezirksliga hören, aber ich bin der Meinung, man sollte so schnell wie möglich aufsteigen. Jetzt sind die routinierten und erfahrenen Spieler noch im richtigen Alter um die Jungs in der Bezirksliga zu führen. Aus welchem Blickwinkel siehst du die Entwicklung unserer Zweiten?

Paule: Ich finde es toll, wie sich die II. Mannschaft jetzt in der A-Klasse behauptet. Man sollte ganz einfach die weitere Entwicklung der Mannschaft abwarten.

Blicken wir mal ein paar Jahre zurück,
Anfang der 90er Jahre warst du Trainer bei der DJK Morscheid, was seinerzeit fast eine Sensation war, man könnte fast sagen, du warst eine Art Pionier für die Morbacher Trainergilde in anderen Vereinen. Ist es da nur logisch, dass sich andere Vereine die Erfahrung von den höherklassig spielenden Morbachern zu Nutze machen?

Paule: Ich glaube da hast Du ein wenig Unrecht, Corky war doch bereits vor mir als Trainer bei der SG Baldenau als Trainer, oder täusche ich mich da? Um Deine Frage aber zu beantworten, jeder Spieler muss das später für sich selbst entscheiden, was er nach seiner aktiven Zeit als Fußballer tut.

Warum hat man eigentlich nie wieder einen Trainer Gerhard Vogt gesehen?

Paule: Ganz einfach, ich hätte von den Spielern einer Mannschaft immer wieder den gleichen Ehrgeiz, Elan und Hingabe verlangt, wie ich es in meiner aktiven Zeit getan habe.
Ich habe ganz schnell kapiert, dass dies ein sinnloses Unterfangen sein wird und bin somit von dem Gedanken abgekommen weiterhin ein Traineramt zu begleiten.

Zum Abschluss noch ein Wort über die Jugend, vor zwei Jahrzehnten gehörten wir beide zur Führungscrew der Jugendabteilung im Verein und von daher verfolgt man immer noch das Geschehen im Nachwuchsbereich.
Jetzt als Geschäftsführer natürlich noch intensiver als vorher. Wenn du die letzten 20 Jahre bei der Jugendarbeit mal Revue passieren lässt und dann den heutigen Stand siehst, könnte man da bei früherer Zusammenarbeit mit allen EG-Vereinen nicht ein Stückchen weiter sein?

Paule: Das wären alles Vermutungen und Spekulationen. Ich war zu meiner Zeit als Jugendleiter schon sehr um die Zukunft besorgt. Vielleicht war es zu unserer Zeit noch etwas verfrüht einen derartigen, revolutionären Schritt im Rahmen der Zusammenarbeit der EG Vereine zu präsentieren.
Ich bin dennoch der festen Überzeugung, dass bereits mit dem heutigen Konzept wir uns in der EG auf dem richtigen Weg befinden und das im Jugendbereich noch enger miteinander gearbeitet und kommuniziert werden muss.


Für das ausgiebige und informative Gespräch bedankt sich Udo Greweling


© svmorbach2008

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