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Im
Gespräch mit Thomas Begass (13.10.10) |
Thomas schon als junger
Spieler in der Verantwortung
Hallo
Thomas,
deine erste Saison im Seniorenbereich und am Samstag in Krettnach war der
11. Spieltag der Bezirksliga und der Name Thomas Begass stand jedes Mal in
der Startelf.
Für dich persönlich ganz normal?
Thomas:
Seit ich im Seniorenbereich spiele kenne ich nichts anderes.=)Hätte mir
jemand vor der Saison gesagt, dass ich bis zum 11. Spieltag, mit Ausnahme
eines Spieles auch durchgespielt habe, hätte ich das wohl nicht geglaubt.
Daher umso schöner, dass es nun so ist.
Nach
der Auswechslung von Kapitän Andy Schärf und dem Fehlen von Dennis
Müller, wurde dir die Kapitänsbinde übertragen. Für dich
als ehemaliger A-Jugendkapitän zwar nichts Neues, aber Kapitän einer
Bezirksligamannschaft mit gerade mal 11 Einsätzen, wo solche alte Hasen
wie Otze, Jörg oder Michael Hartmann noch dabei waren.
Was ging dir da als erstes durch den Kopf, mal ehrlich?
Thomas:
Ich habe die Binde auch schonmal am 5. Spieltag im Heimspiel gegen Stadtkyll
getragen. Es war also nichts Neues. Mein erster Gedanke war, dass ich Verantwortung
übernehmen muss. Ich denke dass ist mir nicht so gut gelungen, jedoch
hat mich die Kapitänsbinde doch ein wenig gepusht.
Interviews
zu machen und zu geben wenn alles Bestens läuft ist immer am einfachsten,
aber wie schon bei Sascha zuletzt, muss mal auch zum Negativen stehen.
In Krettnach zwar 30 Minuten Kapitän, aber zwei Szenen in der ersten
Halbzeit wirst gerade du sicher wohl eine zeitlang nicht vergessen können.
Die Vorlage zum 2:0 kam von deinem direkten Gegenspieler, was schon mal passieren
kann, aber das Vorentscheidende 3:0 ging wohl voll auf deine Kappe.
Aus Erfahrung weiß ich, dass ein Torwart bei Selbstverschulden eines
Tores über das Spielende hinaus daran denkt, wie lange bleibt so ein
Lapsus an einem Feldspieler haften?
Thomas:
Natürlich macht man sich Gedanken über die Fehler. Zum Beispiel
was man hätte besser machen können um es zu verhindern. Aber im
nächsten Training geht es dann weiter.Man muss einfach versuchen den
Lapsus so schnell wie möglich vergessen und daraus zu lernen.
Solche
Fehler passieren hin und wieder natürlich auch alten Hasen, aber Diese
haben sich meistens schon eine gewisse Lobby aus vielen Spielen erarbeitet
und wird ihnen als normaler Fehler abgetan, wobei den jungen Spielern schnell
die fehlende Cleverness untergejubelt wird.
Reden die erfahrenen Spieler mit euch Jüngeren nach solchen Fehlern und
geben euch Ratschläge?
Thomas:
Ich denke am Samstag weiß ich was ich falsch gemacht habe.
Einen direkt Ratschlag habe ich nicht bekommen, aber natürlich wurde
darüber geredet. Der beste Ratschlag wäre wohl gewesen, den Ball
richtig zu treffen.=)
Eine
Frage noch, zuletzt wurde im Gästebuch heftig über die JSG diskutiert.
Du hast dich letzten Winter dazu entschlossen, von deinem Heimatverein FC
Bischofsdhron zum SVM zuwechseln, weil du es dir sportlich zu traust beim
SVM Fuß zu fassen.
Andere wie zum Beispiel Sven Gutweiler (Sohn unseres Torwarttrainers) oder
Tobias Greber (Bruder unseres Spielers Thomas Greber) haben den umgekehrten
Weg gewählt und sind zur SG Baldenau bzw. zum SV Haag gewechselt, weil
sie es sich nicht zugetraut hatten beim SVM eine Chance zu haben.
Das ist für mich auch ganz legitim, nur dein Wechsel und auch der deiner
anderen A-Jugendkollegen die sich für den SVM entschieden haben, wird
leider schwer angeprangert.
Wie ist deine Sichtweise dazu und welche Auswirkung kann das ganze Theater
für die JSG bedeuten?
Thomas:
Ich denke das wird völlig überbewertet. Jeder profitiert von der
JSG. Der SV Haag hat zum Beispiel mit einem Tim Schneider und einem Tobias
Greber 2 Leute aus der letzten A-Jugend, aus dem Jahr davor einen Jan Thömmes
und einen Lakhdar Saim. Das sind potentiell 4 Leute die den Verein weiterbringen
können. Wenn jedes Jahr jeder Verein 2 Spieler bekommen würde, dann
müsste es bald auch wieder Derbys geben.. in der Bezirksliga. Die JSG
sehe ich als sehr Wichtig an. Was dort geleistet wurde und wird ist gut und
sollte nicht durch unnötige und subjektiv geführte Diskussionen
um die Arbeit gebracht werden.
Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling
© svmorbach2010