Im Gespräch mit
Uwe Hartenberger
(17.06.11)


Jugendkoordinator mit realistischen Zielen

 

Hallo Uwe,
nach dem ausführlichen Bericht im Wochenspiegel, dürften viele Interessierten erst mal genügend Information zu deiner Person erfahren haben.
Da hat sich meine Vorbereitung zum Gespräch mit dir schon fast erübrigt, werde aber von daher an anderer Stelle anknüpfen.
Arno Michels war ja bisher der einzige Jugendkoordinator in der JSG Hunsrückhöhe. Aber wegen seiner Tätigkeit als SVM-Cheftrainer hatte ich den Eindruck, dass die anderen Vereine ihn nicht so recht unterstützen wollten und ihm mit entsprechendem Abstand begegneten.
Und nun steht schon wieder der SV Morbach als erster Kontaktverein da, was bei Einigen sicher wieder Unmutsäußerungen hervorrufen wird.
Wie willst du diesen Vorurteilen entgegen wirken und das Vertrauen aller Vereine gewinnen?


Uwe:
Damit beschäftige ich mich nicht. Ich habe einen Vertrag mit der JSG Hunsrückhöhe Morbach und nicht mit dem SV Morbach.

Thema JFV (Jugendförderverein):
Der Beschluss ist zwar gefasst, aber bis dato noch nicht aktenkundig.
Wie dem auch sei, was ist denn der Vorteil einer JFV gegenüber einer JSG, außer das man höherklassig spielen darf?


Uwe:
Da ich für den sportlichen Bereich zuständig bin, ist das natürlich ein entscheidender Aspekt.

Nun soll die JFV jedoch “nur“ für die A bis C Junioren gelten und der Rest wie gehabt unter JSG weiterlaufen.
Der gebildete Vorstand ist aber für JFV und JSG verantwortlich. Gut oder Schlecht?


Uwe:

Das sollte man den Vorstand befragen.:

Vor ein paar Wochen hattest du ja das Jugend Sichtungstraining durchgeführt.
Wie war denn die Resonance?


Uwe:
Aus unserem Sichtungstraining konnten wir 6 neue Spieler für unsere A und B-Junioren gewinnen.

Im Wochenspiegel ist auch zu lesen, dass du mit der A-Jugend die Regionalliga anpeilen möchtest.
Ein schönes Ziel, aber für meine Begriff etwas zu hoch angesiedelt und vielleicht eher was für eine langfristige Planung.
Sollte man nicht kurz- und mittelfristig die A bis C Junioren dahinbringen, dass der nachrückende Jahrgang den ausscheidenden Jahrgang plus minus eins ersetzen kann?


Uwe:
Das ist selbstverständlich auch ein entscheidender Punkt. Was den Aufstieg der A-Junioren betrifft ist das Ziel innerhalb der naechsten 3 Spielzeiten angedacht. Das wird schon schwierig genug, aber realistisch, wenn es uns gelingt die dafür nötigen Strukturen zu schaffen.

Vor kurzem hatte ich mit Andreas Kneppel die Rede, ob es nicht angebracht wäre, auch schon die besten D-Jugendlichen zusammen zu führen.
So wäre eine frühzeitige Integration der Jugendlichen aus den verschiedenen Ortschaften gewährleistet und im Hinblick auf die neugegründete D-Jugend Bezirksliga könnte auch gleichzeitig eine leistungsorientierte Mannschaft aufgebaut werden. Seine Meinung war wegen der 9er Mannschaft eher Negativ. Thorsten Haubst erzählte mir aber mal, dass die Jungs durch das 9er System viel mehr Ballkontakte hätten und taktisches Verhalten schneller erlernen würden.
Wie denkst du denn darüber?


Uwe:
Je früher man leistungsorientiert Fussball trainieren und spielen lässt, umso besser ist dies für die Entwicklung junger Spieler,und somit selbstverständlich sinnvoll.
Zu deiner 2.Frage gibt es Pro und Contra wie du schon der Argumentation von Andreas und Thorsten entnommen hast.
Wir werden dies zu gegebener Zeit sicherlich auch sportlich diskutieren.

Zum Schluss noch die Frage, was ist mit all den Jungs, die nicht über das nötige Talent verfügen?
Hier war ich schon mit Arno im Clinch, der nur den erfolgsorientierten Fußball im Auge hatte und frühzeitig aussortieren wollte.
War vielleicht auch ein Auslöser der Akzeptanz seiner Person zu den anderen Vereinen.
Meine Meinung ist, jeder Jugendliche der dem Fußball den Rücken kehrt, gefährdet die Existenz seines Vereins, egal ob er gut oder schlecht spielt.
Und gerade wegen den jüngsten Uneinigkeiten in der JSG sollte auch hier ein gesunder Mittelweg gefunden werden.
Wie ist denn deine Sichtweise dazu?

Uwe:
Das sehe ich auch so. Allerdings sollte man abwägen bei Spielern mit fehlendem Talent, ob andere Tugenden der BASICS wie z.B. Ehrgeiz, Wille oder Eigenmotivation in ausreichendem Maße vorhanden sind. Nur dann macht es auch Sinn an diesen Spielern festzuhalten, ansonsten nicht.

Ich wünsche dir viel Spass als Jugendkoordinator und natürlich auch viel Erfolg, und dass alle Vereine von deiner Arbeit entsprechend profitieren.

Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling


© svmorbach2011

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