Beide Seiten nicht unzufrieden
18.03.2026, 22:35 Uhr

Eine Variante, die der TuS Kirchberg (hier in Gelb von links mit Tim Reifenschneider und 1:0-Torschütze Nico Wilki) immer wieder gegen die FV Morbach versuchte: Lange Eckbälle auf den zweiten Pfosten, die dann per Kopf noch einmal scharf gemacht wurden.
Mit einem 1:1 trennten sich der TuS Kirchberg und die FV Morbach in der englischen Woche der Fußball-Rheinlandliga. Euphorie löste das Ergebnis auf beiden Seiten nicht aus, es sorgte aber auch nicht für Unzufriedenheit.
„Wer hier das erste Tor schießt, gewinnt.“ Die Halbzeitanalyse eines Zuschauers sollte sich nicht bewahrheiten, denn das zwischenzeitliche 1:0 des gastgebenden TuS Kirchberg hatte lediglich 25 Minuten Bestand, ehe Gast FV Hunsrückhöhe Morbach den Ausgleich erzielte. Der allerdings sollte Bestand haben bis zum Schlusspfiff von Schiedsrichter Moritz Schillo – das kleine Fußball-Rheinlandliga-Derby endete mit einem 1:1, das auf beiden Seiten verständlicherweise nicht in überbordender Euphorie, aber eben auch nicht in Unzufriedenheit mündete.
Dass der Zuschauer die Aussage zur Pause traf, das hatte durchaus seine Gründe. Zwar waren sowohl Selim Denguezli auf Kirchberger Seite als auch sein Morbacher Gegenüber Pascal Meschak mit der Leistung der eigenen Mannschaft zufrieden, allerdings dürfte sich der eine oder andere, der den Weg auf den eisigen Kirchberger Kunstrasen gefunden hatte, gewünscht haben, sich doch eher für das torreiche Champions-League-Achtelfinale zwischen dem FC Barcelona und Newcastle United (7:2) entschieden zu haben.
Morbach hat die erste Chance der Partie und eine von wenigen in Hälfte eins
Denn von Toren war in Kirchberg erst einmal nichts zu sehen. Von Torannäherungen übrigens auch kaum. Die Gäste aus Morbach standen defensiv kompakt, liefen die Räume gut zu, waren hellwach in den Zweikämpfen – und lauerten auf ihre Umschaltmomente. Einer davon führte fast direkt nach Anpfiff zur ersten Großchance, als Louis Kappes nur die Latte traf. „Das hätte uns sicherlich gutgetan“, sagte Meschak nicht nur mit Blick auf den Spielverlauf, sondern auch darauf, dass seine Mannschaft nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Spielen nicht unbedingt vor Selbstvertrauen strotzte.
In Kirchberg waren die Gäste aber da. Vielleicht ein wenig defensiver als gewohnt, aber verständlicherweise auch darauf bedacht, die Null zu halten, nachdem es nicht nur nur einen Punkt, sondern eben in den vier Spielen auch zwölf Gegentore gegeben hatte.
Weil Kirchberg nicht allzu viel einfiel, weil auf beiden Seiten im letzten Drittel fehlende Präzision auf eine hellwache Abwehr traf, gab’s eben auch nicht viele Chancen. Mal ein Schuss aus der Distanz, mal eine Ecke, aber nichts, was wirklich die Beschreibung Hochkaräter verdient gehabt hätte. Kurz wurde mal diskutiert, als Morbachs Bastian Süß an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht wurde – die Gäste hätten gern einen Elfmeter gepfiffen bekommen, den verwehrte ihnen Moritz Schillo aber (44.).
„Da hatten wir sicherlich einige Situationen, in denen wir den zweiten Treffer hätten nachlegen können.“
Kirchbergs Coach Selim Denguezli über die Phase nach dem 1:0
Nach der Pause nahm die Partie dann mit Blick auf die Strafraumsituationen deutlich mehr Fahrt auf. „Wir sind hier gut drin“, pushten sich die Gäste immer wieder gegenseitig. Auch, nachdem Nico Wilki den TuS in Führung gebracht hatte: Tim Müller hatte in der FV-Defensive die Lücke gefunden, Wilki bedient, der frei vorm Keeper aus halblinker Position ins lange Eck abschloss (56.).
Anschließend ging Morbach mehr ins Risiko, die Räume wurden größer, die Kirchberger Umschaltmomente mehr, die Partie wurde für den neutralen Zuschauer deutlich interessanter. „Da hatten wir sicherlich einige Situationen, in denen wir den zweiten Treffer hätten nachlegen können“, sagte Denguezli. Der hatte nach einer guten Stunde Kevin Engelmann eingewechselt, dafür den glücklosen Erik Milz vom Platz genommen und Tim Müller nach vorne beordert. Engelmann brachte, obwohl er eigentlich wegen anhaltender Kniebeschwerden langsam herangeführt werden soll, noch mal mehr Intensität ins Spiel der Gastgeber, sorgte mit seinen Offensivvorstößen für Gefahr, hätte nach kurzer Zeit fast das 2:0 eingeleitet und erzielt, als er zunächst durchs Mittelfeld gedribbelt war, den Ball nach außen gelegt hatte und nach der Flanke zum Kopfball gekommen war. Der landete allerdings in den Armen des Ex-Kirchberg-Keepers Johannes Kappel (69.).
Am Ende haben beide Seiten Chancen auf den Siegtreffer
Und in diese Phase hinein, in der die Hausherren nach vorne aktiver waren, fiel dann durch Noah Lorenz, der den Ball aus rund 16 Metern sehenswert versenkte, der Ausgleichstreffer (81.). Anschließend gingen beide „all in“ – die Gastgeber sicher auch mit Blick auf die Tabelle, die Gäste fürs Selbstvertrauen. Der Treffer fiel allerdings hüben wie drüben nicht. Und so blieb ein Remis, mit dem beide Seiten irgendwie leben konnten, aber das, wie eingangs erwähnt, keine Freudensprünge auslöste. Denguezli jedenfalls hofft darauf, dass seine Mannschaft, der er einen ordentlichen Auftritt bescheinigte, mit Selbstvertrauen in die vier folgenden und sicherlich richtungsweisenden Spiele gegen die vier Bezirksliga-Aufsteiger gehen wird. Mit Mendig, Rübenach und Arzfeld stecken zumindest drei von denen mitten im Abstiegskampf. Genau wie der TuS, der als Zwölfter einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegszone hat.
TuS Kirchberg - FV Hunsrückhöhe Morbach 1:1 (0:0)
Kirchberg: Christ - Schröder, Reifenschneider, Rode, Weber, Özer - L. Wilki (85. Jannasch), Müller (90. Klein) - Heimer - Milz (61. Engelmann), N. Wilki.
Morbach: Kappes - Böhnke, Martin Schultheis, Petry, Ruster - Kahyaoglu (85. Hoffmann), Kappes - Süß (75. Schemer), Meeth, Servatius (90. Kaiser) - Lorenz.
Schiedsrichter: Moritz Schillo (Wittlich).
Zuschauer: 240.
Tore: 1:0 Nico Wilki (56.), 1:1 Noah Lorenz (81.).
Qielle: Rheinzeitung
Das war die Vorschau
TUS Kirchberg - FV HH Morbach
Die nach der Winterpause noch sieglose FV Hunsrückhöhe Morbach ist ab 19.30 Uhr beim TuS Kirchberg gefordert.
Der seit rund zwei Wochen amtierende Trainer Pascal Meschak erwartet nach dem jüngsten 1:3 gegen den SV Laubach eine Reaktion: „Dass meine Spieler gut kicken können, wissen wir. Aber ich habe das Gefühl, dass der eine oder andere einen Schritt weniger als nötig macht.“ Torwart Yannick Görgen fehlte zuletzt aus beruflichen Gründen und kehrt wieder zurück. Matthias Haubsts Einsatzfähigkeit ist noch fraglich.“
Quelle: Volksfreund - FuPa,net
TuS Kirchberg gegen FV Morbach

Bewahrt vor dem Heimspiel am MIttwochabend gegen Morbach die Ruhe beim TuS Kirchberg: Coach Selim Denguezli.
Es ist ein Derby, wenn auch kein ganz heißes, da Kirchberg und Morbach oft in verschiedenen Ligen und dazu noch in verschiedenen Kreisen unterwegs waren. 30 Kilometer trennen beide Orte aber nur. In der Rheinlandliga-Tabelle trennen sie zwölf Zähler.
Zwei Heimspiele gegen Teams aus dem sicheren Bereich der Fußball-Rheinlandliga und ein Auswärtsspiel bei einem Klub, der sich wie der TuS Kirchberg Gedanken um den Klassenverbleib machen muss, stehen im März noch für den Tabellenzwölften (25 Punkte, drei Punkte vor der Abstiegszone) an. Los geht es in Spiel zwei der englischen Woche am Mittwoch (19.30 Uhr) zu Hause gegen die FV Morbach, die nach der Trennung vom Dudenrother Philipp Frank ergebnistechnisch nicht viel vorzuweisen hat. Nach Morbach geht es zum Elften Mendig, dann kommt der Achte Wirges an den Wasserturm.
Frank war vor dem 0:0 Morbachs gegen Spitzenreiter Ahrweiler zurückgetreten, danach gab es das 3:5 in Mülheim-Kärlich und am Sonntag das 1:3 daheim gegen Laubach. Kirchbergs Trainer Selim Denguezli will sich davon nicht blenden lassen: „Die Qualität bei Morbach ist da, ich will das nicht an den letzten Spielen festmachen, da täuschen die Ergebnisse auch bisschen nach den Infos, die ich habe.“ Mit 37 Punkten aus 23 Spielen machen sich die Morbacher um den neuen Trainer Pascal Meschak als Siebter auf die 30 Kilometer kurze Anreise zum „Hunsrück-Derby“. Zwei ehemalige Kirchberger werden dabei sein mit dem Irmenacher Torwart Johannes Kappel, der bislang drei Spiele zwischen den Pfosten stand. Da er am Sonntag spielte, ist auch am Mittwoch damit zu rechnen. Der 20-jährige Kappel war nach zwei Jahren Kirchberg nach Morbach gewechselt, hat da aber mit Yannick Görgen einen erfahrenen ersten Mann vor sich. Der zweite Ex-Kirchberger war nur eine Saison lang da, denn Matthias Haubst war mit seinem Vater Thorsten Haubst aus Morbach gekommen. Thorsten Haubst musste als Trainer des TuS noch vor der Winterpause wieder gehen, Matthias Haubst blieb die ganze Saison, bevor er zurück nach Morbach wechselte.
Geiß setzt wohl noch aus, Weiß und Auler fehlen
Denguezli ist praktisch der offizielle Nachfolger von Haubst, denn Teamkoordinator Artem Sagel hatte das Amt wie abgesprochen nur interimsweise übernommen und die auch vergangene Saison schlingernden Kirchberger in ruhiges Fahrwasser geführt. Das muss jetzt Denguezli gelingen. Der bewahrt Ruhe: „Wir haben die Basis, um erfolgreich zu sein, wir haben die sechstbeste Defensive mit 40 Gegentreffern und haben 38 Tore geschossen, es ist also nicht so, dass wir keine Tore machen. Aber es geht um die letzte Durchschlagskraft, darum, es vorne einfacher zu machen. Wir dürfen nicht zu verkopft sein, darauf müssen wir uns fokussieren.“
Bei den personellen Überlegungen spielt die englische Woche schon mit rein. Zum Beispiel beim gut eingeschlagenen Youngster Enrico Geiß, der wegen Sprunggelenksproblemen in Bitburg beim 0:1 früh raus musste. „Da ist es vielleicht fürs Wochenende besser“, glaubt Denguezli, der aber „paar frische Beine“ für sinnvoll erachtet. Fehlen werden definitiv Julius Weiß (angeschlagen und privat verhindert) sowie der noch ein Spiel gesperrte Jannik Auler. Für Weiß war in Bitburg der genesene Tim Reifenschneider zur Pause gekommen, er wird nun beginnen.
Quelle: Rheinzeitung


















